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Linaria genistifolia (L.) Mill.
Ginsterblättriges Leinkraut, Plantaginaceae - Wegerichgewächse
              früher auch: Scrophulariaceae - Braunwurzgewäche (ehemals: Rachenblütler)
Sommerblüher, VI–X, immergrün, mehrjährig, 30–75(–120) cm hoch, mehrjährig

Das Ginsterblättrige Leinkraut stammt aus submediterranen Regionen von Italien bis nach Kleinasien und Russland. Die Pflanzen wachsen an Ruderalstandorten entlang von Wegen, Schutthalden, gestörten Flächen oder in der offenen Macchie. In Mitteleuropa sind die Pflanzen mancherorts aus Gärten verwildert und habe stabile Bestände gebildet. In Nordamerika ist die Art ein problematischer Neophyt. Die Pflanzen wachsen niederliegend oder aufsteigend. Die Stängel sind rund, kahl, grau-blau bereift und besonders im oberen Teil verzweigt. Die Laubblätter sind sitzend, den Stängel nicht umfassend, eiförmig bis lanzettlich, bis 2 cm breit. Die Blüten sind zitronengelb, stehen in lockeren Trauben, sind bis 2 cm lang und mit einem bis 1 cm langen Sporn. Später bilden sich länglich eiförmige Kapseln, die mehrkantige, schwarze Samen enthalten.

Manche Autoren ordnen Linaria dalmatica (L.) Mill. unter L. genistifolia ein oder sehen sie als Unterart ssp. dalmatica (L.) Maire & Petitm. Die L. genistifolia hat kleinere Blüten, bis 2 cm, die Blätter sind meist nicht den Stängel umfassend, die Laubblätter tendentiell schmaler, eiförmig-lanzettlich, bis 1,5 cm breit.

Abb. 1 Pflanze von Linaria genistifolia am Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 06.10.2015, 25 m, 42° 39' 46 N, 18° 04' 21 O Abb. 2 Die Laubblätter der Linaria genistifolia sind schmaler als jene der Linaria dalmatica und umfassen den Stängel nicht. Macchie auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 05.10.2015, 77 m, 42° 39' 20 N, 18° 04' 09 O

Abb. 3 Schwarze, mehrkantige Samen der Linaria genistifolia ssp. dalmatica, Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 24 m, 42° 39' 42 N, 18° 04' 22 O Abb. 4 Frucht der Linaria genistifolia ssp. dalmatica, Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 24 m, 42° 39' 42 N, 18° 04' 22 O

Der Gattungsname Linaria L. stammt von lat. "linum" (= Lein, Flachs). Entweder beschreibt er die Nutzung als Färberpflanze oder leitet sich von der Ähnlichkeit der Laubblätter der L. vulgaris L. mit jenen des Flachs, Linum usitatissimum L., ab. Das Epitheton genistifolia stammt von lat. "genista" (= Ginster) und lat. "-folius" (-blättrig), zu ginsterblättrig in Bezug auf die schmalen, ginsterähnlichen Blätter, wobei mit Ginster mehrere Arten, respektive Gattungen wie Spartium junceum L., Ulex L., Genista L. oder Calicotome Link gemeint sind. Viele dieser Taxone tragen schmale Laubblätter ähnlich dem Ginsterblättrigen Leinkraut.

Linariae genistifoliae sind ausreichend winterhart in Mitteleuropa. Die Art bevorzugt einen sonnigen und trockenen Standort, gerne auf Kalk. Die Pflanzen können ohne Weiteres über 1 m Höhe erreichen und blühen den gesamten Sommer über prächtig. Ihre großen Blüten leuchten im mediterranen Beet und sind eine Bereicherung für den Spätsommer oder frühen Herbst.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Polunin, O. 2006: Flowers of Greece and the Balkans. – Oxford University Press, Oxford, New York, 592 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Linaria genistifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/linaria-genistifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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