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Lomatia dentata (Ruiz & Pav.) R. Br.
   synonym: Embothrium dentatum Ruiz & Pav.
Zähnchen-Lomatie, Proteaceae - Proteagewächse
Sommerblüher, VI–VIII, 4–10 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Zähnchen-Lomatie stammt aus Chile, wo die Pflanzen auf feuchten und tiefgründigen Böden in der Provinz Colchagua und auf der Insel Chiloe wachsen. Sie ist Bestandteil der waldbildenden Schicht und Teil alter prähistorischer Wälder. Es sind immergrüne, bis 10 m hohe, meist eher kleinere Bäume. Die Laubblätter sitzen gegenständig, sind elliptisch, bis 8 cm lang und 3 cm breit, kurz gestielt, in den oberen 2/3 mehr oder weniger stark gezähnt, oberseits glänzend grün und unterseits blass grün. Die Blütenstände sind achselständige Trugdolden mit variablen, roten oder weißen Einzelblüten, die 4 Perigon- und 4 Staubblätter haben. Der Griffel persistiert an der Frucht, welche hölzerne, geflügelte, bräunliche und längliche Balgfrüchte darstellen, ähnlich dem Chilenischen Feuerbusch, Embothrium coccineum J. R. Forst. & G. Forst. Siehe auch Gattung Lomatia R. Br.



Abb. 1 Die Laubblätter der Lomatia dentata sind eiförmig und gezähnt. Botanischer Garten Bonn, 07.09.2016 Abb. 2 Neu ausgepflanztes Exemplar der Lomatia dentata im Botanischen Garten Bonn, 07.09.2016


Der Gattungsname Lomatia R. Br. wird abgeleitet von gr. "lomation" (= kleiner Saum, Bordüre) nach den rundherum geflügelten Samen. Das Art-Epitheton dentata stammt von lat. "dentatus" (= gezähnt), nach den gezähnten Blatträndern.

Freilanderfahrungen mit der Zähnchen-Lomatie gibt es in Mitteleuropa wenige. Als Proteagewächs ist sie sicherlich an der Grenze der Winterhärte in Mitteleuropa. Einzelberichte bis Z 7b aus England sind eher nicht auf Mitteleuropa übertragbar, aber eine Winterhärte bis Z 9 könnte realistisch sein. Ideal ist ein saurer, immer leicht feuchter, auch mullreicher Boden. Wahrscheinlich ist Halbschatten bis lichter Schatten zu bevorzugen, auch wenn es hier noch nicht ausreichend Erfahrungen gibt. Jedenfalls dürfte ein Vermeiden von Wintersonne Trockenschäden durch Frost verhindern. In kalten Wintern oder Gärten außerhalb der wintermilden Regionen ist sicherlich Schutz ratsam, hier käme eine Reisigauflage oder das Umwickeln der unteren Strauchpartien in Frage. Auch dies ist sicherlich noch ein breites Experimentierfeld.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Lomatia dentata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lomatia-dentata.html am Tg.Mo.Jahr.

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