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Lomatia ferruginea (Cav.) R. Br.
   synonym: Embothrium ferrugineum Cav.
Eisen-Lomatie, Farn-Lomatie, Proteaceae - Proteagewächse
Sommerblüher, VI–VIII, 6–10 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Eisen-Lomatie stammt aus Argentinien und Chile (Patagonien), wo die Pflanzen auf feuchten und tiefgründigen Böden in den Wäldern und Strauchgesellschaften der Küste bis in die unteren Lagen der Gebirge auf etwa 2.000 m über NN wachsen. Es sind immergrüne, bis 10 m hohe, meist eher kleinere Bäume, die meist unten und meist nur wenig verzweigen. Laubblätter und junge Triebe sind anfangs von rostroten Haaren bedeckt. Die Laubblätter sind farnähnlich, 2-fach gefiedert, bis 20 cm lang und 10 cm breit, schmal 3-eckig im Umriss, olivgrün oberseits und wollig behaart und rot-braun unterseits. Die Blüten sind hermaphrodit, bis 2 cm lang, in achselständigen Trauben, die kürzer als die Blätter sind, mit 12–16 Einzelblüten. Im Knospenstadium sind diese grau-gelb, später mit 4 ovalen bis lanzettlichen Perigonblättern (Perigon deshalb, weil sich Kron- und Kelchblätter nicht unterscheiden lassen), die zweifarbig sind, rötlich-braun mit grüner Spitze. Später bilden sich braune, hölzerne, bis 4 cm lange Balgfrüchte, ähnlich dem Chilenischen Feuerbusch, Embothrium coccineum J. R. Forst. & G. Forst. Siehe auch Gattung Lomatia R. Br.

Abb. 1 Die Laubblätter der Lomatia ferruginea sind filigran und farnähnlich. Freilandexemplar im Botanischen Garten Bonn, 07.09.2016 Abb. 2 Ein 2-fach gefiedertes Laubblatt von Lomatia ferruginea, Topfpflanze in einem Privatgarten, 27.11.2016

Abb. 3 Pflanze der Lomatia ferruginea 30–40 cm im 1,5L-Topf in einem Privatgarten, 27.11.2016 Abb. 4 Insbesondere der Neuaustrieb von Lomatia ferruginea in rostbraun gefärbt. Topfpflanze in einem Privatgarten, 27.11.2016


Der Gattungsname Lomatia R. Br. wird abgeleitet von gr. "lomation" (= kleiner Saum, Bordüre) nach den rundherum geflügelten Samen. Das Art-Epitheton ferruginea stammt von lat. "ferrugineus" (= eisenfarbig), nach den rostbraunen Neutrieben der Art.

Freilanderfahrungen mit der Eisen-Lomatie gibt es in Mitteleuropa wenige. Als Proteagewächs ist sie sicherlich an der Grenze der Winterhärte in Mitteleuropa. Einzelberichte bis Z 8 aus England sind eher nicht auf Mitteleuropa übertragbar, aber eine Winterhärte bis Z 8b könnte realistisch sein. Ideal ist ein saurer, immer leicht feuchter, auch mullreicher Boden. Wahrscheinlich ist Halbschatten bis lichter Schatten zu bevorzugen, auch wenn es hier noch nicht ausreichend Erfahrungen gibt. Jedenfalls dürfte ein Vermeiden von Wintersonne Trockenschäden durch Frost verhindern. In kalten Wintern oder Gärten außerhalb der wintermilden Regionen ist sicherlich Schutz ratsam, hier käme eine Reisigauflage oder das Umwickeln der unteren Strauchpartien in Frage. Auch dies ist sicherlich noch ein breites Experimentierfeld.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Lomatia ferruginea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lomatia-ferruginea.html am Tg.Mo.Jahr.

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