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Lomatia tinctoria (Labill.) R. Br.
Färber-Lomatie, Proteaceae - Proteagewächse
Sommerblüher, VI–IX, 50–200 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Färber-Lomatie ist eine der drei in Neuseeland endemischen Lomatien, die in lichten Wäldern und subalpinen Strauchgesellschaften im Nordosten des Landes bis auf 1.000 m Seehöhe wächst. Es sind immergrüne, Ausläufer bildende Sträucher bis maximal 2 m Höhe mit aufrechten bis überhängenden, wenig verzweigten Sprossachsen. Die Blätter sind 2–4-fach gefiedert, bis 8 cm lang, mit länglichen Segmenten, dunkel-grün. Die Blütenstände sind wenigblütige, terminale Trauben mit weißen bis elfenbeinfarbenen Einzelblüten, die intensiv duften. Später bilden sich Balgfrüchte mit zahlreichen geflügelten Samen, ähnlich dem Chilenischen Feuerbusch, Embothrium coccineum J. R. Forst. & G. Forst., unter dessen Gattung die Art früher eingeordnet war: Embothrium tinctorium Labill. Siehe auch Gattung Lomatia R. Br.


Abb. 1 Die gefiederten Laubblätter der Lomatia tinctoria, Privatgarten, 26.05.2015 Abb. 2 Sprossachse der Lomatia tinctoria, Privatgarten, 26.05.2015

Abb. 3 Eine Lomatia tinctoria im Gewächshaus des Botanischen Gartens Bochum, 26.07.2002 Abb. 4 Topfpflanze 40–50 cm von Lomatia tinctoria im 5L-Topf

Abb. 5 Noch nicht ganz entwickelter Blütenstand der Lomatia tinctoria, Privatgarten, 09.07.2015 Abb. 6 Blütenstand der Lomatia tinctoria, Privatgarten, 09.07.2015

Abb. 7 Blüten der Lomatia tinctoria, Privatgarten, 09.07.2015 Abb. 8 Balgfrüchte der Lomatia tinctoria im Spätsommer, Privatgarten, 30.09.2015

Abb. 9 Balgfrucht von Lomatia tinctoria in einem Privatgarten, 30.09.2015


Der Gattungsname Lomatia R. Br. wird abgeleitet von gr. "lomation" (= kleiner Saum, Bordüre) nach den rundherum geflügelten Samen. Das Art-Epitheton tinctoria stammt von lat. "tinctorius" (= Färber-) und verweist auf den Gebrauch des dunklen Puders in den Früchten zum Färben.

Als eines der wenigen Proteagewächse hat sich die Färber-Lomatie bisher als wahrscheinlich winterhart erwiesen. Bis Z 7b gibt es positive mittelfristige < 20 Jahre Erfolgsberichte. Ursache der Winterhärte dürfte neben der subalpinen Herkunft die Neigung zur Bildung von Ausläufern und die gute Toleranz auf massiven Rückschnitt sein. Ideal ist ein saurer, nicht staunasser, auch mullreicher Boden. Wahrscheinlich ist Halbschatten bis lichter Schatten zu bevorzugen, auch wenn es hier noch nicht ausreichend Erfahrungen gibt. Jedenfalls dürfte ein Vermeiden von Wintersonne Trockenschäden durch Frost verhindern.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Lomatia tinctoria. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lomatia-tinctoria.html am Tg.Mo.Jahr.

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