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Lycium barbarum L.
Gewöhnlicher Bocksdorn, Solanaceae - Nachtschattengewächse
Sommerblüher, VI–IX, 100–300 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Gewöhnliche Bocksdorn ist in Mitteleuropa mäßig häufig und stammt ursprünglich aus China, wo er weit verbreitet ist und oft an Hängen, Wasserläufen oder in Siedlungsnähe auftritt. Er wird wegen seiner Früchte kultiviert, die dort als kräftigendes Hausmittel genutzt werden. Als Goji-Beere sind die Früchte auch bei uns bekannt. Sie sind essbar und schmecken süßlich bis säuerlich. In Europa ist der Gewöhnliche Bocksdorn eingebürgert und gedeiht gerne in Schlehengebüschen, entlang Verkehrswegen, Mauern oder Hecken. Es sind ausgesprochen genügsame Sträucher, die längere Trockenphasen überleben, da sie tief wurzeln. Selbst in Mauerritzen gibt es etablierte Bestände.

Lycium barbarum ist ein Strauch mit langen, rutenförmigen, bogig überhängenden Zweigen, die oft mit Dornen besetzt sind. Die Blätter sind länglich lanzettlich, graugrün und meist kahl. Den Sommer über erscheinen immer wieder neue, lila bis purpurfarbene, lang gestielte Blüten, meist zu 1–3 in den Blattachseln. Im Spätsommer finden sich oft Blüten gemeinsam mit reifen Früchten an einem Strauch. Die Früchte sind leuchtend rot und werden als Goji-Beere geerntet. Seltener gibt es gelbe Früchte, die auch als L. barbarum var. auranticarpum K. F. Ching bezeichnet werden.


Abb. 1 Zweig von Lycium barbarum, Münster-Uppenberg, 22.06.2013, 60 m, 51° 58' 40 N, 07° 36' 28 O Abb. 2 Grau-braune Borke von Lycium barbarum in den Dünen in Ortsnähe auf Langeoog, 16.07.2015, 7 m, 53° 45' 06 N, 07° 28' 56 O

Abb. 3 Blüte von Lycium barbarum, Wangerooge, 04.08.2013, 1 m, 53° 47' 27 N, 07° 52' 55 O Abb. 4 Überhängende Zweige von Lycium barbarum, Wangerooge, 04.08.2013, 1 m, 53° 47' 27 N, 07° 52' 55 O

Abb. 5 Rutenförmiger Zweig von Blüte von Lycium barbarum, Wangerooge, 04.08.2013, 1 m, 53° 47' 27 N, 07° 52' 55 O Abb. 6 Habitus von Blüte von Lycium barbarum in einer Hecke, Münster, 22.06.2013, 60 m, 51° 58' 40 N, 07° 36' 28 O


Die Abgrenzung des Lycium barbarum von den anderen Arten ist einfach. Der ähnliche Chinesische Bocksdorn, L. chinense Mill., ist meist nur in Kultur anzutreffen und hat größere Blüten und Blätter, die unter der Mitte am breitesten sind.

Der Gattungsname Lycium L. ist von Linné aus antiken Quellen übernommen und hat einen nicht eindeutigen Ursprung. Möglich wären eine Ableitung von gr. "lykion" (= eine dornige Sippe) oder auch gr. "Lykia" (= Lykien, ein alte griechisches Siedlungsgebiet in Kleinasien). Ebenfalls denkbar ist eine Ableitung von gr. "lykos" (= Wolf, scharfe Zacke), ein Verweis auf die Dornen des L. barbarum. Letztere Deutung erscheint als die wahrscheinlichere. Der Sinn der Ableitung des Epithetons barbarum von gr. "barbaros" (= fremd, barbarisch) bleibt unklar, möglicherweise ist es ein Hinweis auf die Herkunft der Pflanzen aus fremden Ländern.

Abb. 7 Glatte, grau-braune Borke eines jungen Zweiges des Lycium barbarum in den Dünen in Ortsnähe auf Langeoog, 16.07.2015, 7 m, 53° 45' 06 N, 07° 28' 56 O Abb. 8 Blüte von Lycium barbarum in den Dünen in Ortsnähe auf Langeoog, 16.07.2015, 7 m, 53° 45' 06 N, 07° 28' 56 O

Abb. 9 Strauch des Lycium barbarum mi überhängenden ´Zweigen in den Dünen in Ortsnähe auf Langeoog, 16.07.2015, 7 m, 53° 45' 06 N, 07° 28' 56 O Abb. 10 Sträucher des Lycium barbarum an einem Dünenabbruch in Ortsnähe auf Langeoog, 16.07.2015, 7 m, 53° 45' 10 N, 07° 28' 52 O


Lycium barbarum sind nicht nur dekorative Blüten- und Fruchtpflanzen für den Exotengarten, sondern auch kulinarisch interessant. Ein sonniger, trockener Standort wäre ideal. Die Beeren können getrocknet werden, um sie wie andere Trockenfrüche zu nutzen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Lycium barbarum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lycium-barbarum.html am Tg.Mo.Jahr.

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