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Lycopus europaeus L.
Gewöhnlicher Ufer-Wolfstrapp, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Hochsommer- bis Herbstblüher, VII–IX, 20–100(–200) cm hoch, mehrjährig, sommergrün

Der Gewöhnliche Ufer-Wolfstrapp ist in Mitteleuropa sehr weit verbreitet und tritt mancherorts recht häufig auf. Als Nässezeiger bevorzugt er stehende und fließende Gewässer, Flussufer, Gräben oder Überschwemmungsbereiche. Auch in Erlenbrüchen ist er anzutreffen. In der Blütezeit ist Lycopus europaeus eine einfach zu bestimmende Art, da die Blätter charakteristisch gesägt sind und die weißen Blüten in dichten Scheinquirlen stehen. Auf den Blütenlippen finden sich kleine violette Punkte. Die Pflanzen sind geruchslos. Lycopus europaeus bildet lange Ausläufer und kann in größeren Beständen auftreten.


Abb. 1 Blüten des Lycopus europaeus in Scheinquirlen, tief gesägte Blätter, Neusustrum, Emsland, 15 m, 52° 52' 54 N, 07° 13' 47 O Abb. 2  Standort des Lycopus europaeus an einem Kolk (Moortümpel), wie Abb. 1 bei Neusustrum, Emsland, 15 m, 52° 52' 54 N, 07° 13' 47 O

Abb. 3 Fruchtkapseln des Lycopus europaeus an einem Heideweiher in der Wahner Heide bei Troisdorf-Altenrath, 26.10.2014, 105 m, 50° 51' 47 N 07° 10' 02 O Abb. 4 Bestand des Lycopus europaeus in einem Graben des Wäldchen auf Langeoog, 8 m, 53° 44' 22 N, 07° 28' 49 O

Abb. 5 Blüten von Lycopus europaeus mit violetten Pünktchen, wie Abb. 4, Graben des Wäldchen auf Langeoog, 23.07.2014, 8 m, 53° 44' 22 N, 07° 28' 49 O Abb. 6 Blühende Pflanze des Lycopus europaeus mit den gesägten Laubblättern, Wäldchen auf Langeoog, 03.08.2013, 8 m, 53° 44' 22 N, 07° 28' 51 O


Seine ursprüngliche Bedeutung als Heilpflanze hat Lycopus europaeus mittlerweile verloren. Nur selten wird er noch bei Fehlfunktionen der Schilddrüse oder der Brustdrüse genutzt. Bei längerfristiger, therapeutischer Anwendung kann es nämlich zum Wachstum der Schilddrüse kommen.

Etymologisch ist die Benennung der Art nicht eindeutig. Der Gattungsnahme Lycopus stammt, ähnlich dem der Gattung Lycopodium L., Bärlapp, aus dem Griechischen und heißt "Wolfsfuß", beziehungsweise "Wolfsfüßchen", nach gr. "lycos" (= Wolf) und gr. "pous" (= Fuß). Nach Genaust (2012) beziehen sich der deutsche als auch lateinische Name auf die Morphologie der oberen Blätter, die einer Wolfsfalle ähneln, in der die Tiere sich mit den Pfoten verfangen, engl. trap (= Falle). Denkbar wäre auch ein Benennungsmotiv nach der therapeutischen Anwendung, da der Gewöhnliche Ufer-Wolfstrapp in der Behandlung der Schilddrüsen-Überfunktion eingesetzt wurde. Diese "Drüsenerkrankungen" wo auch Lycopus europaeus zum Einsatz kam, wurden als "Wolfserkrankungen" bezeichnet: "Lupus Ozoena scrophulosa" (Fuchs 1840: 512). Lat. lupus (= Wolf), als Ausdruck der "zehrenden" Krankheitsprozesse. Eine derartige etymologische Aufschlüsselung erscheint wahrscheinlicher als das morphologische Motiv, wenn man das Verständnis von Krankheitsprozessen in vergangenen Zeiten berücksichtigt.

Lycopus europaeus ist im Garten eine einfach zu kultivierende Art, die einen feuchteren Standort bevorzugt. Da L.europaeus gerne Ausläufer bildet, sollten diese kontrolliert werden. Eine schmale Rhizomsperre (etwa 30 cm tief) reicht wohl dafür aus.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Fuchs, C. H. 1840: Die krankhaften Veränderungen der Haut und ihrer Anhänge, in nosologischer und therapeutischer Beziehung dargestellt. Bd. 1. – Dieterichsche Buchhandlung, Göttingen, 324 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Lycopus europaeus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lycopus-europaeus.html am Tg.Mo.Jahr.

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