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Magnolia laevifolia (Y. W. Law & Y. F. Wu) Noot.
    Synonym: Magnolia dianica Sima & Figlar
                    Michelia yunnanensis Franch. ex Finet & Gagnep.
    Basionym: Michelia laevifolia Y. W. Law & Y. F. Wu
Yunnan-Magnolie, Magnoliaceae - Magnoliengewächse
Frühlingblüher, III–V, 2–4 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Yunnan-Magnolie ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus Süd-China (Guizhou, Sichuan, Xizang und Yunnan), wo die Pflanzen in Strauchgesellschaften der Berge in Höhen von 1.100–2.300 m über NN wachsen. Die Pflanzen wachsen aufrecht bis überhängend, locker verzweigt. Junge Zweige und Sprossachsen sind behaart. Die Laubblätter sind bis 10 cm lang, schmal oval bis elliptisch, ledrig, kurz gestielt bis 5 mm, die Oberseite ist kahl, auf der Unterseite behaart. Die Blütentriebe sind kurz, verdickt und weisen 1 Hochblattnarbe auf. Die Blüten sind angenehm duftend, haben 6–12(–17) weiße, länglich ovale, bis 3,5 cm lange Perigonblätter. Meist sind die inneren Perigonblätter schmaler. Schon während der Blühphase sind die bis 1,3 cm langen Sammelbalgfrüchte, wie sie typisch für die Gattung Magnolia L. sind, gut erkennbar. Sie sind länglich oval, anfänglich grün, leicht behaart und bestehen aus 8–20 Fruchtblättern (Karpelle), die sich als einzelne Balgfrüchte mit Bauchnaht präsentieren. Je Fruchtblatt finden sich 1–2 Samen.


Abb. 1 Die länglich ovalen Laubblätter der Magnolia laevifolia sind oberseits grün, glänzend, Privatgarten, 11.05.2016 Abb. 2 Blüte der Magnolia laevifolia (die Laubblätter sind von einem Arbutus menziesii Pursh.), Privatgarten in den Niederlanden, 09.05.2016

Abb. 3 Blüte, Laubbblätter und Zweige der Magnolia laevifolia, Privatgarten in den Niederlanden, 09.05.2016 Abb. 4 Sprossachsen der Magnolia laevifolia an einem Freilandexemplars, Privatgarten, 09.05.2016

Abb. 5 Nach dem Abfallen des braunen, behaarten Hochblattes verbleibt am Blütenstiel von Magnolia laevifolia eine Narbe, Privatgarten, 11.05.2016 Abb. 6 Die noch unreife, grüne Sammelbalgfrucht der Magnolia laevifolia ist schon während der Blühphase erkennbar, Privatgarten, 11.05.2016

Abb. 7 Nicht nur Hochblätter finden sich an den Blütentrieben der Magnolia laevifolia, sondern gelegentlich auch Laubblätter, Privatgarten, 11.05.2016 Abb. 8 Die grünen und länglich ovalen Laubblätter der Magnolia laevifolia, Privatgarten, 11.05.2016

Abb. 9 Noch nicht ganz entwickelte Balgfrucht von Magnolia laevifolia in einem Privatgarten in Tecklenburg, 09.07.2016


Des Gattungsname Magnolia L. wurde zu Ehren des französischen Arztes und Botanikers Pierre Magnol (1638–1715) etabliert, der in der taxonomischen Forschung beispielsweise den Status der Familie einführte. Das Epitheton laevifolia stammt von lat. "levis" (= glatt) und lat. "-folius" (= -blättrig), zu glattblättrig, was sich auf die Oberseite der Laubblätter, die als eine der wenigen Pflanzenteile nicht behaart ist.

Magnolia laevifolia wird von amerikanischen Gärtnern als winterhart bis Z 8 angegeben. Anbauversuche in Mitteleuropa sind nur wenige bekannt und es gibt bisher keine erfolgreichen Langzeitbelege. Wahrscheinlich dürfte an geschützten Standorten in den wintermilden Regionen, Innenstadtlagen oder an Standorten entlang der Niederterrasse im Rheintal langfristig eine Kultur möglich sein. In kalten Wintern wäre leichte Reisigabdeckung der unteren Strauchpartien empfehlenswert. Ein sonniger Standort, windgeschützt und mit nicht zu trockenem Boden ist ideal.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Magnolia laevifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/magnolia-laevifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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