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Morus nigra L.
Schwarzer Maulbeerbaum, Moraceae - Maulbeergewächse
Frühlingblüher, IV–V, 3–12 m hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Schwarze Maulbeerbaum stammt ursprünglich wahrscheinlich aus dem südwestasiatischen Raum (Kleinasien bis Iran), ist aber schon seit dem Mittelalter in Südeuropa und anderen asiatischen Ländern in Kultur und eingebürgert, so dass sich das natürliche Verbreitungsgebiet nicht genau eingrenzen lässt. In Nordamerika und Ostasien ist die Art ebenfalls eingebürgert.

Es sind sommergrüne, ein- oder mehrstämmige Bäume, die sich schon in den unteren Partien verzweigen und eine breit ausladende Krone im Alter bilden. Die Borke ist dunkelbraun und mehr oder weniger längsrissig. Die Zweige sind blass braun behaart. Die Laubblätter haben einen 1,5–2,5 cm langen und flaumig behaarten Blattstiel, sind 10–20 cm lang, 6–10 cm breit, breit eiförmig oder 3(–5)-lappig, gelegentlich auch unregelmäßig gelappt, randständig gesägt, oberseits rau behaart und dunkel grün, unterseits auf der Fläche behaart und hellgrün. Männliche Blütenstände sind 2–4 cm lange, behaarte, zylindrische, gelb-grüne Kätzchen. Weibliche Blütenstände sind 2–2,5 cm lange, elliptische Kätzchen mit kurzem Stiel. Die Einzelblüten sind gelbgrün und unscheinbar. Später bilden sich 2–2,5 cmlange, kugelige oder elliptische bis zylindrische 1,5–2,5 cm lange, schwarze und aromatische Früchte. Bei den Früchten handelt es sich um Sammelsteinfrüchte ähnlich denen der Gattung Rubus L. Gewiss gehören die Früchte des Schwarzen Maulbeerbaums zu den aromatischsten der Gattung Morus L. Ebenfalls schwarze Früchte bilden M. rubra L. mit wenig aromatischen und M. alba L. mit eher faden Früchten.


Abb. 1 Gelappte Laubblätter der Morus nigra im Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 20.06.2019, 321 m, 48° 04' 19 N, 07° 40' 44 O Abb. 2 Eiförmiges Laubblatt von Morus nigra im Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 20.06.2019, 321 m, 48° 04' 19 N, 07° 40' 44 O


Abb. 3 Schwarze Frucht von Morus nigra im Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 20.06.2019, 321 m, 48° 04' 19 N, 07° 40' 44 O Abb. 4 Unregelmäßig längsrissige Borke von Morus nigra im Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 20.06.2019, 321 m, 48° 04' 19 N, 07° 40' 44 O


Abb. 5 Zweige und Laubblätter der Morus nigra im Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 20.06.2019, 321 m, 48° 04' 19 N, 07° 40' 44 O Abb. 6 Laubblätter in der Krone bei Morus nigra im Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 20.06.2019, 321 m, 48° 04' 19 N, 07° 40' 44 O


Der Gattungsname Morus L. geht wahrscheinlich auf das armenische "mori" (= Brombeere) zurück, in dessen Sprachregion der Schwarze Maulbeerbaum wohl ursprünglich indigen war. Etwa um 400 v. Chr. wurden die Pflanzen nach Griechenland eingeführt und angebaut, wo deren Benennung zu gr. "morea" (= Maulbeerbaum und Brombeere) sich wandelte und fortan in der Antike beide Sippen, Rubus und Morus, umfasste, was anhand der sehr ähnlichen Früchte auch verständlich ist. Das Epitheton nigra stammt von lat. "niger" (= schwarz) und beschreibt die Farbe der Früchte

Der Schwarze Maulbeerbaum hat mit die aromatischsten Früchte der Gattung und eignet sich für warme und sonnige Lagen. Ideal ist ein offener Standort. Im Handel sind mehrere Sorten erhältlich.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Morus nigra. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/morus-nigra.html am Tg.Mo.Jahr.

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