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Musa ornata Roxb.
Prachtbanane, Schmuckbanane, Musaceae - Bananen
Sommer- bis Winterblüher (in Mitteleuropa), VIII–IV, 2–3 m hoch, sommer-, immergrün, mehrjährig

Die Schmuckbanane ist eine tropische Banane aus Mittelasien (Indien, Bangladesch, Myanmar). Sie wird in den warmen Regionen der Welt vielerorts kultiviert und es gibt zahlreiche Sorten und Hybriden mit anderen Arten, teilweise unter anderen Namen oder phantasievollen Neuzuordnungen. Die Pflanzen werden bis 3 m hoch und gehören somit zu den kleineren Bananen, haben aufrechte Blütenstände mit hell-farbigen, bunten Deckblättern, wenige Blüten in Einerreihen, die Früchte sind nicht gebogen und nicht genießbar. Alles typische Merkmale der Sektion Rhodochlamys. Die Blätter werden bis 200 × 35 cm groß und sind leicht bereift. Die Früchte sind 6 × 2 cm groß, gelblich-grün, manchmal rötlich, pinkfarben oder karmesinrot.

In Anbetracht der breiten morphologischen Spanne und auch Fehlbestimmungen im Laufe der Zeit, gibt es bei Musa ornata eine erhebliche Vielfalt der Blüten- und Fruchtformen und es ist mithin sehr schwierig diese Art von anderen Musae, beziehungsweise deren Hybriden zu unterscheiden. Siehe auch Gattung Musa L.



Abb. 1 Lavendelfarbige Deckblätter und karmesinrote Früchte bei Musa ornata, West-Bengalen, 25.01.2006 Abb. 2 Blütentand mit dunkelroten Deckblättern bei Musa ornata im Botanischen Garten Bochum, 17.01.2015

Abb. 3 Grüne, leicht gebogene und nicht immer aufrechte Früchte der Musa ornata, Botanischer Garten Bochum, 17.01.2015 Abb. 4 Pflanzen der Musa ornata mit pinkfarbenen Früchten in einem Privatgarten, Kalimpong, West-Bengalen, 25.06.2003


Der Gattungsname Musa wurde von Linné etabliert und ist schon in antiken Quellen belegt. Linné hatte hierfür die älteste Bezeichnung gewählt, die es für die Gattung gab. Welches Benennungsmotiv dem Namen allerdings zugrunde liegt, ist nicht klar. Zumindest ist es keine Ehrung von Antonius Musa, dem Leibarzt des Augustus, da das Idiom wesentlich älter ist als die Person Antonius Musa und wohl indochinesischen Ursprungs (von chin. "maozi" = üppige Frucht) ist. Das Epitheton ornata stammt von lat. "ornatus" (= geschmückt, geziert, prächtig, schön) und beschreibt den farbenfrohen, prächtigen Blütenstand.

Musa ornata ist als tropische Banane nicht für das Freiland geeignet. Die Kultur in Mitteleuropa sollte im Topf erfolgen, wobei die Pflanzen im Sommer gut Terrasse oder Garten dekorieren, insbesondere da es kleinere Bananen sind und diese prächtige Blütenstände tragen. Überwinterung erfolgt im kühl-temperierten Gewächshaus bei nicht weniger als –2 °C.

Die Blüten erscheinen den gesamten Sommer über bis in den Winter hinein, ein hübscher Effekt für den Wintergarten, wenn die farbenfrohen Blütenstände in der dunklen Jahreszeit den "Bananenbaum" zieren. In tropischen Regionen blühen die Pflanzen unregelmäßig das ganze Jahr über.

Es gibt zahlreiche Kultivare, deren genaue Herkunft meist nicht klar ist. Es sind wohl überwiegend Hybriden mit anderen Arten der Sektion Rhodochlamys. Bekannte Sorten sind 'Standard Lavender' mit lavendelfarbigen Deckblättern, 'Milky Way' mit dunkelgrünen Laubblättern und creme-weißen Deckblättern, 'Royal Purple' mit pinkfarbenen Früchten und nicht zuletzt 'Bronze' mit orangefarbenen Deckblättern und grünen Früchten. Allesamt sind dies bunte Prachtbananen, die ihrem ornamentalen Nutzen problemlos und wortwörtlich gerecht werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Musa ornata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/musa-ornata.html am Tg.Mo.Jahr.

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