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Parentucellia viscosa (L.) Caruel
Gelbes Teerkraut, Gelbe Bartsie, Orobanchaceae - Sommerwurzgewächse
Sommerblüher, VI–VIII, 10–50 cm hoch, sommergrün, einjährig

Parentucellia viscosa stammt aus dem Mittelmeerraum und Westeuropa bis Südost-Asien. In der Hauptsache durch Saatmischungen wurde sie an zahlreichen Orte auf den amerikanischen Kontinent, Afrika und Australasien eingeführt. Da die Pflanzen auf Arten des Lolium L., Trifolium L. und Lotus L. parasitieren, kann P. viscosa deren Biomasse beeinträchtigen. Oft breiten sich die Bestände auch auf Flächen außerhalb der Äcker aus, da P. viscosa ihr Hostspektrum durch Adaption effektiv ausweiten kann.

In Mitteleuropa sind die Pflanzen ebenfalls in langsamer Ausbreitung begriffen, beschränken sich aber vorwiegend auf ruderale Standorte, nasse und sandige Krautfluren entlang von Feldwegen, Böschungen oder Gräben. Die Pflanzen sind meist unverzweigt, stark drüsig und klebrig. Die Laubblätter sind elliptisch bis eilanzettlich, grob gesägt und sitzend. Die Blüten sitzen in einer kurzen Traube, sind 16–24 mm lang und gelb mit 3-zipfeliger Unterlippe. Die Fruchtkapseln enthalten zahlreiche, winzige, eiförmige, hellbraune Samen.



Abb. 1 Blütenstand der Parentucellia viscosa in einer Krautflur am Wegesrand auf Langeoog, 1 m, 53° 45' 13 N, 07° 32' 47 O, 03.08.2010 Abb. 2 Ein seit vielen Jahren stabiler Bestand der Parentucellia viscosa in einer sandig-feuchten Krautflur am Rande einer Viehweide auf Langeoog, 1 m, 53° 45' 13 N, 07° 32' 47 O, 03.08.2010

Abb. 3 Gelbe Blüte der Parentucellia viscosa mit 3-zipfeliger Unterlippe, Wegesrand auf Langeoog, 5 m, 53° 45' 16 N, 07° 33' 03 O, 25.07.2014 Abb. 4 Die kleinen, eiförmigen, hellbraunen Samen von Parentucellia viscosa, Langeoog, 5 m, 53° 45' 16 N, 07° 33' 03 O, 25.07.2014

Abb. 5 Grüne, noch unreife Fruchtkapseln der Parentucellia viscosa, Langeoog, 1 m, 53° 45' 13 N, 07° 32' 47 O, 25.07.2014 Abb. 6 Der Blütenstand von Parentucellia viscosa ist eine Traube, Langeoog, 1 m, 53° 45' 13 N, 07° 32' 47 O, 25.07.2014

Abb. 7 Die Laubblätter sind grob gezähnt und gegenständig. Parentucellia viscosa, Langeoog, 1 m, 53° 45' 13 N, 07° 32' 47 O, 25.07.2014 Abb. 8 Die oberirdischen Pflanzenteile der Parentucellia viscosa sind stark drüsig und klebrig, Langeoog, 1 m, 53° 45' 13 N, 07° 32' 47 O, 25.07.2014


Der Gattungsname Parentucellia Viv. wurde zu Ehren von Tommaso Parentucelli (1397–1455), dem Papst Nokolaus V., etabliert. Das Epitheton viscosa stammt von lat. "viscosus" (= klebrig) und beschreibt die stark klebrigen Pflanzenteile. Der deutsche Name Gelbe Bartsie bezieht sich auf die alte, nicht mehr gültige Nomenklatur, Bartsia viscosa L., zu Ehren des deutschen Botanikers Johann Bartsch (1709/10–1738), lat. "Bartsius".

Die Gelbe Bartsie ist für den naturnahen Garten geeignet und sollte einen sonnigen, leicht feuchten Platz im Garten bekommen. Die Pflanzen sind einjährig.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Parentucellia viscosa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/parentucellia-viscosa.html am Tg.Mo.Jahr.

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