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Parnassia palustris L.
Sumpfherzblatt, Parnassiaceae - Herzblattgewächse
                oder: Celastraceae - Spindelbaumgewächse
Hochsommerblüher, VII–X, 10–30 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Sumpfherzblatt ist in Mitteleuropa eher selten, tritt zerstreut auf und bevorzugt als Standorte Schlenken und Kolke in den Mooren, alpine Kalkrasen, Halbtrockenrasen, Feuchtwiesen, gerne auf Kalk. Das Verbreitungsgebiet ist nordhemisphärisch zirkumpolar von Asien bis Europa und Nordamerika. Richtung Süden beschränken sich die Standorte auf (sub-)alpine Regionen. In Deutschland ist die konkurrenzschwache Art durch Nährstoffeintrag über die Luft gefährdet. Die Pflanzen wachsen mit grundständiger Blattrosette und meist nur einem Stängelblatt. Die Blätter haben eine herzförmige Blattbasis (Name). Die Blüten stehen einzeln, sind 5-zählig, bis 3,5 cm im Durchmesser und weiß. Später bilden sich eiförmige Kapselfrüchte. Früher wurde die Art heilkundlich genutzt, dies hat sich verloren.
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Abb. 1 Parnassia palustris zusammen mit der Herbst-Zeitlosen, Colchicum autumnale L., in einem Halbtrockenrasen im Urft-Tal nahe Nettersheim, Eifel, 26.09.2015, 478 m, 50° 30' xx N, 06° 37' xx O Abb. 2 Blüte der Parnassia palustris in einem Halbtrockenrasen im Urft-Tal nahe Nettersheim, Eifel, 26.09.2015, 478 m, 50° 30' xx N, 06° 37' xx O

Abb. 3 Blüte der Parnassia palustris mit anschwellender Fruchtkapsel in einem lichten Weidengebüsch auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 22.07.2014, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 35 O Abb. 4 Blüte der Parnassia palustris mit den Nektarblättern, die allerdings kein Nektar präsentieren, sondern diesen nur tropfenförmig vortäuschen. Am Wegesrand auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 22.07.2014, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 33 O

Abb. 5 Fruchtkapsel der Parnassia palustris mit Resten des Stempels und den gelben Nektarblättern, ehemaliges Flugfeld auf Langeoog, 22.07.2014, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 35 O Abb. 6 Fruchtkapseln der Parnassia palustris, Langeoog, ehemaliges Flugfeld auf Langeoog, 22.07.2014, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 33 O

Abb. 7 Meist findet sich bei Parnassia palustris neben den Grundblättern nur 1 Stängelblatt, das stängelumfassend und herzförmig ist. Ehemaliges Flugfeld auf Langeoog, 22.07.2014, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 35 O


Der Gattungsname Parnassia L. leitet sich wahrscheinlich von gr. "Parnasios" (= der Berg Parnaß) ab und dürfte das Benennungsmotiv in der dortigen heiligen Quelle Kastalia haben, die auf den Standort der Parnassia in Quellfluren und Sumpfwiesen colliner bis alpiner Lagen anspielt. Ebenfalls suf den bevorzugten Standort der Art verweist das Epitheton: lat. "paluster" (= im Sumpf lebend).

Mit Parnassia palustris hat man einen hübschen Hochsommerblüter, der bis in den Herbst hinein mit seinen weißen Blüten aufwartet. Als Standort bietet sich ein sumpfiger oder feuchter Platz, gerne auf Kalk, an. Die Pflanzen bevorzugen halbschattige bis sonnige Plätze, sollten nicht gedüngt werden und gedeihen am besten ohne stärkere Konkurrenzflora.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Parnassia palustris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/parnassia-palustris.html am Tg.Mo.Jahr.

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