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Persicaria amphibia (L.) Delarbre
  synonym: Chulusium amphibium (L.) Raf.
                 Persicaria coccinea (Muhl. ex Willd.) Greene
                 Persicaria hartwrightii (A. Gray) Greene
                 Persicaria muhlenbergii (Meisn.) Small
                 Polygonum amphibium L.
                 Polygonum coccineum Muhl. ex Willd.
                 Polygonum hartwrightii A. Gray
                 Polygonum natans Eaton
Wasser-Knöterich, Polygonaceae - Knöterichgewächse
Sommerblüher, VI–IX, 30–100 cm hoch, bis 300 cm lang sommergrün, mehrjährig

Der Wasser-Knöterich tritt im Norden Mitteleuropas verbreitet bis gemein auf, Richtung eher verbreitet, in den Bergändern zerstreut bis selten. Sein Verbreitungsgebiet ist zirkumpolar. Bevorzugt siedelt er an feuchten bis nassen Standorten entlang von Flussufern, Bach- und Gräbenrändern, Äckern, Ruderalstandorten oder in flachen Gewässern und Röhrichten. Es sind mehrjährige Pflanzen, die unterirdische Ausläufer bilden und in 2 Formen auftreten. Die Landform bildet Ausläufer bis 1 m Länge, die Wasserform bis zu 3 m. Die Schwimmblätter der Wasserform sind länglich elliptisch, bis 10 cm lang, kahl und sehr lang gestielt. Die Laubblätter der Landform sind bis 20 cm lang, kurz gestielt, anliegend behaart und haben oft einen zentralen braunen Fleck. Bei beiden Formen ist die Blattscheide typischerweise etwa so lang wie die Ochrea (häutiges Anhängsel des Blattgrundes, welches den Stängel umfasst) und der Blattstiel zweigt daher scheinbar in der Mitte der Ochrea ab. Der Gesamt-Blütenstand besteht aus 1–3 Scheinähren. Die Scheinähren sind bei der Wasserform schlank, bei der Landform breit konisch. Meist blüht die Landform nur spärlich mit wenigen Schienähren. Die Perigonblätter (Perigon deshalb, weil sich Kron- und Kelchblätter nicht unterscheiden lassen) sind weiß oder rosafarben. Später bilden sich 4–5 mm lange Nussfrüchte.



Abb. 1 Landform der Persicaria amphibia mit gefleckten Laubblättern. Saum an einer Weide auf Langeoog, 28.07.2017, 0 m, 53° 44' 52 N, 07° 30' 12 O Abb. 2 Blütenstand von Persicaria amphibia mit rosafarbigen Pergionen. Saum an einer Weide auf Langeoog, 28.07.2017, 0 m, 53° 44' 52 N, 07° 30' 12 O

Abb. 3 Blütenstand von Persicaria amphibia an einer Weide auf Langeoog, 28.07.2017, 0 m, 53° 44' 52 N, 07° 30' 12 O Abb. 4 Kurz gestieltes Laubblatt der Landform von Persicaria amphibia mit Blattscheide und bewimperter Ochrea. Saum an einer Weide auf Langeoog, 28.07.2017, 0 m, 53° 44' 52 N, 07° 30' 12 O

Abb. 5 Spärlich bis gar nicht blühender Bestand der Landform von Persicaria amphibia an einem Krautsaum auf Langeoog, 28.07.2017, 0 m, 53° 44' 52 N, 07° 30' 12 O


Der Gattungsname Persicaria Mill. existierte schon vorlinnäisch und leitet sich ab von gr. "persaia" (=  Pfirsichbaum), nach den länglich-lanzettlichen Laubblättern. Das Epitheton lapathifolia setzt sich zusammen aus lat. "lapathus" (= Sauer-Ampfer) und lat. "-folius" (= -blättrig), nach der Ähnlichkeit der Laubblätter mit denen des Wiesen-Sauerampfers, Rumex acetosa L. Das Epitheton amphibia stammt von gr. "amphibios" (= doppellebig, im Wasser und auf dem Land lebend), nach den beiden Erscheinungsformen der Art.

Persicariae amphibiae sind hübsche Sommerblüher, die besonders an feuchten Stellen oder als Wasserpflanze im Garten zum Einsatz kommen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Persicaria amphibia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/persicaria-amphibia.html am Tg.Mo.Jahr.

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