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Pinus pinea L.
Mittelmeer-Pinie, Pinaceae - Kieferngewächse
Frühlingblüher, III–V, bis 25 m hoch, immergrün, mehrjährig

Pinus pinea ist die von vielen Menschen als charakteristischer Baum des Mittelmeers wahrgenommene Art. Ursprünglich ist dies zwar die Aleppo-Kiefer, Pinus halpensis Mill., diese wurde aber durch Anpflanzung vielerorts von der Mittelmeer-Pinie ersetzt, die tatsächlich wohl mittlerweile die häufigere Kiefernart in den Küstenregionen des europäischen Mittelmeergebietes darstellen mag. Charakteristisch ist der schirmförmige Wuchs der Pflanzen, in jungen Jahren eher domartig. Die Borke erwachsener Pflanzen blättert in großen Schuppen ab, hat tiefe longitudinale Furchen, ist gelblich, hell-braun bis orangefarben. Die Zweige sind bevorzugt horizontal, aufgerichtet am Ende. Pinus pinea ist 2-nadelig, mit bis zu 28 cm langen, hellgrünen Nadeln. Junge Nadeln sind grau-grün, deutlich kürzer als die "erwachsenen" und verbleiben sehr lange, bis zu 5–6 Jahre am Zweig. Die Zapfen stehen meist einzeln, seltener zu 2–3, sind rundlich bis oval, bis zu 15 cm lang und benötigen 3 Jahre zur Ausreifung. Sie bringen essbare, 2 cm lange Samen ("Pinienkerne") hervor.


Abb. 1 Angebauter Pinus pinea-Wald in der Coto de Donana, Südspanien, 15.10.2010, 34 m, 37° 03' 11 N, 06° 37' 30 W Abb. 2 Prächtiger, alter Boulevard von Pinus pinea in einem Privatgarten in Belgien, 16.05.2003

Abb. 3 Der riesige Pinus pinea-Wald in der Coto de Donana, Südspanien, 16.10.2010, 60 m, 37° 02' 49 N, 06° 37' 45 W Abb. 4 Pinus pinea-Allee am Innenstadt-Ufer des Arno in Florenz, Italien, 09.09.2011

Abb. 5 Winterschaden der Pinus pinea an einem ausgepflanzten Exemplar in einem Privatgarten, erfrorene Altnadeln und Neuaustriebe mit Jungnadeln, 22.06.2009 Abb. 6 Adultes Exemplar der Pinus pinea in der "griechischen Ecke" im Europapark Rust, 31.03.2010


Der Gattungsname Pinus L. wurde schon im Altertum genutzt, lat. "pinus" (= Föhre, Kiefer). Ebenso wurde das Art-Epitheton pinea schon vor Linné genutzt, lat. "pinea" (= Pinienkern).

Von der Mittelmeer-Pinie gibt es zahlreiche Kultivare, bekannt ist beispielsweise 'Fragilis', die wegen der dünneren Schale der Samen für die "Pinienkern"-Produktion angebaut wird. 'Correvoniana' ist eine Zwergsorte.

Für den Anbau in Mitteleuropa eignet sich Pinus pinea als mediterraner Exot für die wintermilden Regionen in Z 8. Hier gibt es schon eine ganze Reihe erfolgreicher Langfristversuche > 20 Jahre ohne Schutz. Besonders im Rhein-Main-Gebiet existieren zahlreiche Belegpflanzen im Freiland. Für kältere Regionen dürfte ein Auspflanzen ohne Schutz langfristig nicht erfolgversprechend sein. Hier empfiehlt sich, auf andere mediterrane Kiefern wie P. halepensis Mill. oder P. pinaster Aiton auszuweichen. Auch diese können mit entsprechendem Formschnitt eine dekorative Schirmkrone entwickeln. Siehe auch Pinus L.

Abb. 7 Pinus pinea-Wald in der Coto de Donana, Südspanien, 22.03.2008, 39 m, 37° 02' 40 N, 06° 34' 11 W Abb. 8 Flechtenbehang an einer Pinus pinea bei Sintra, Portugal. Deutlich waagerechte Äste, 16.10.2009

Abb. 9 Mehrere Pinus pineae im einem Park in Lissabon nahe des Kolumbus-Denkmals, Portugal, 18.10.2009 Abb. 10 Junge, bläuliche, einzeln stehende Nadeln der Pinus pinea links und ältere, grüne Nadeln in Zweierbüscheln rechts, Privatgarten, 16.09.2014

Abb. 11 Zwei der Pinus pineae im Palmengarten in Frankfurt am Main, 16.03.2013 Abb. 12 Alte, aufgeastete Exemplare von Pinus pineae in der Innenstadt von Cagliari, Sardinien, 19.10.2016

Abb. 13 Pflanzung von Pinus pineae in einem Privatgarten an der Cala Caterina, Villasimius, Sardinien, 22.10.2016 Abb. 14 Wahrscheinlich natürlicher Pinus pinea-Wald in den Bergen bei San Priamo, Sardinien, 22.10.2016, 15 m, 39° 21' 41 N, 09° 33' 11 O


Pinus pinea ist nicht anspruchsvoll an den Boden. Etablierte Pflanzen sind zudem ausgesprochen trockentolerant. Zum Auspflanzen wählt man Pflanzen mit "erwachsenen" Nadeln. Sämlinge mit "Jungnadeln" sind noch zu empfindlich. Ideal wären Exemplare so alt wie möglich, am besten jedoch mit nicht überaltertem und aus dem Topf hervorquellendem Wurzelballen. In den ersten zwei bis vier Jahren sollte man bedarfsweise bei sehr starken Frösten zu vorübergehendem Schutz bereit sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Pinus pinea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pinus-pinea.html am Tg.Mo.Jahr.

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