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Pistacia lentiscus L.
Mastixstrauch, Anacardiaceae - Sumachgewächse
Frühlingblüher, III–IV, 1–3(–8) m hoch, immergrün, mehrjährig

Der Mastixstrauch ist ein immergrüner Strauch, dessen Verbreitungsgebiet vom Mittelmeergebiet bis nach Zentralasien und die Kanarischen Inseln reicht. Er besiedelt die Garrigue, Macchie oder lichte Wälder, direkt an der Küste bis ins Hinterland. Meist handelt es sich um Sträucher, seltener um kleine Bäume. Die Laubblätter sind paarig gefiedert mit 8–12 elliptisch-lanzettlichen Fiedern und geflügelter Spindel (Blattachse). Die Blütenstände sind Trauben, bei männlichen Pflanzen mit dunkelroten Blüten und bei weiblichen mit grünen Blüten. Später bilden sich erst weiße, dann rote und zur Reife schwarze Früchte.



Abb. 1 Früchte und Laubblätter der Pistacia lentiscus in einem Hartlaubwald bei Costa del Pins auf Mallorca, 24.09.2007, 233 m, 39° 39' 24 N, 03° 24' 23 O Abb. 2 Niederliegender Strauch der Pistacia lentiscus an der Felsküste der Cala Marmol, Mallorca, Spanien, 25.09.2007, 18 m, 39° 17' 15 N, 03° 05' 27 O

Abb. 3 Früchte und Laubblätter der Pistacia lentiscus in der Macchie der Cala Marmol, Mallorca, Spanien, 25.07.2003, 47 m, 39° 17' 33 N, 03° 05' 28 O Abb. 4 Fruchtender Strauch der Pistacia lentiscus in der Macchie bei Porto Tramatzu, Sardinien, 16.10.2015, 94 m, 39° 27' 35 N, 09° 37' 20 O

Abb. 5 Früchte von Pistacia lentiscus in verschiedenen Reifestadien, in den Dünen der Praia do Guincho, Portugal, 15.10.2009, 23 m, 38° 43' 12 N, 09° 28' 38 W Abb. 6 Männliche Blüten von Pistacia lentiscus an einem Wirtschaftsweg bei Castelsardo, Sardinien, Italien, 30.10.2017, 20 m, 40° 54' 20 N, 08° 42' 35 O

Abb. 7 Früchte von Pistacia lentiscus in verschiedenen Reifestadien (oben) und unreife, feuerrote Früchte (unten) der Rauhen Stechwinde, Smilax aspera L., auf der alten Römerstraße bei Castelsardo, Sardinien, Italien, 30.10.2017, 104 m, 40° 54' 43 N, 08° 44' 09 O Abb. 8 Eine Pastacia lentiscus überwuchert von Smilax aspera, im Hartlaubwald nahe der Cala Pira, Sardinien, 124 m, 39° 09' 55 N 09° 33 04 O, 17.10.2016


Der Gattungsname Pistacia L. wurde schon in der Antike genutzt und leitet sich ab von gr. "pistake" (= Echte Pistake), deren Frucht essbar ist. Das Benennungsmotiv ist allerdings unklar und wird aus einer Altsprache Asiens entlehnt worden sein. Das Epitheton lentiscus stammt von lat. "lentus" (= biegsam, zäh) und dürfte eine volksetymologische Benennung nach dem zähnen Harz sein, das als Kau- und Zahnputzgummi verwendet wurde.

Der deutsche Name Mastix-Strauch leitet sich ab von gr. "mastichi" (= kauen, mit Zähnen knirschen), was sich auf das als Kaumasse genutzte Harz bezieht. Neben der ehemaligen Verwendung als Kaugummi kommt das Harz auch heute noch als Lebensmittelzusatz, in Kosmetik, als Kleber oder als Räucherwerk zum Einsatz.

Pistacia lentiscus ist in Mitteleuropa kaum winterhart. Zwar überlebt die Pflanze gelegentlich einen kalten Winter und starkes Zurückfrieren, aber bei wiederholten Winterschäden stirbt die Pflanze meist ab. Die Frosttoleranz dürfte bei etwa –12 °C liegen. Vielleicht könnten die Pflanzen langfristig an besonders geschützten Stellen in den wintermilden Regionen im Freiland überleben.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Pistacia lentiscus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pistacia-lentiscus.html am Tg.Mo.Jahr.

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