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Potentilla recta L.
Hohes Fingerkraut, Rosaceae - Rosengewächse
Frühsommerblüher, VI–VII, 30–100 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Hohe Fingerkraut ist in Mitteleuropa nur zerstreut bis selten auftretend und besiedelt gerne Trocken- und Halbtrockenrasen, Klettenfluren in Industrie- oder Siedlungsbereichen, sowie unbefestigte Wege, Dämme oder Kiesgruben. Es ist das größte der Fingerkräuter (Potentillae L.) und mit seiner blassgelben Blüte unverkennbar. Die Zugehörigkeit zur Gattung zeigt sich gut an den 5–7-zähligen, grob gesägten, gefingerten Grundblättern und an der 5-zähligen Krone.

Als Archäophyt ist das Hohe Fingerkraut schon vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus nach Mitteleuropa eingewandert. Ursprünglich stammt es aus dem östlichen Mittelmeergebiet bis nach Asien. Auch heute noch ist es wohl in weiterer Ausbreitung nach Westen und Norden begriffen, sowohl entlang von Verkehrswegen als auch adventiv als Gartenflüchtling.


Abb. 1 Fünfzählige Blüte und gesägte Blätter von Potentilla recta am Parallelweg des Dattel-Hamm-Kanals, 55 m, 51° 39' 55 N, 07° 42' 38 O Abb. 2 Blüte der Potentilla recta, Trockenstandort am Damm des Dortmund-Ems-Kanals in der Ickerschen Heide, 15.06.2017, 71 m, 51° 36' 49 N, 07° 21' 23 O

Abb. 3 Bestand der Potentilla recta am Damm des Dattel-Hamm-Kanals wie Abb. 1, 55 m, 51° 39' 55 N, 07° 42' 38 O Abb. 4 Laubblatt von Potentilla recta an einem Wegesrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 88 m, 50° 58' 05 N, 06° 38' 49 O

Abb. 5 Blüte von Potentilla recta an einem Wegesrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 88 m, 50° 58' 05 N, 06° 38' 49 O Abb. 6 Behaarte Stängel von Potentilla recta an einem Wegesrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 88 m, 50° 58' 05 N, 06° 38' 49 O


Die Abgrenzung der Potentilla recta von den anderen Arten der Gattung ist recht einfach, da sie deutlich die höchste ist, eine hellgelbe Blüte hat und als Wärme- und Lichtzeiger vielfach andere Standorte als das Gros der Gattung besiedelt.

Nicht gesichert ist das Motiv des Gattungsnamens Potentilla durch Linné. Möglicherweise kommt eine Lautverschiebung vom Tormentill (mittel-lateinisch "tormentilla"), der Blutwurz, Potentilla erecta (L.) Raeusch., in Betracht oder der Gattungsname leitet sich ab von lat. "potentia" (= Macht, Kraft, Wirksamkeit) mit dem Diminutivsuffix "-illa", was sich auf die angebliche Wirkung als Stärkungsmittel und adstringierende Eigenschaften der Blutwurz bezieht. Das Epitheton recta ist die weibliche Form von lat. "rectus" (= gerade, aufrecht) und bezieht sich auf die Wuchsform der P. recta.

Potentillae rectae sind dekorative Pflanzen, die durch die leuchtende Blüte den Garten bereichern und schon lange in der Gartenkultur verwendet werden. Verschiedene Sorten oder Unterarten mit unterschiedlichen Blühfarben und -formen sind im Handel zu erwerben.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Potentilla recta. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/potentilla-recta.html am Tg.Mo.Jahr.

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