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Prunus serotina Ehrh.
Späte Traubenkirsche, Rosaceae - Rosengewächse
Sommerblüher, V–VII, 3–30 m hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Späte Traubenkirsche tritt in Mitteleuropa überwiegend zerstreut bis verbreitet auf. Ursprünglich stammt die Art aus Mittel- und Nordamerika und ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa eingebürgert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen auf kalkfreien Standorten in Wäldern, Strauchgesellschaften und auf Offenflächen.

Je nach Standort wachsen die Pflanzen als Sträucher oder Bäume mit schmal länglicher Krone und kurzen abstehenden Ästen. Die Borke ist dunkelbraun, unangenehm riechend und glatt, sie weist Lentizellen (Korkwarzen) und Querstreifen auf. Junge Zweige sind grün bis braun und kahl. Die Laubblätter sind länglich lanzettlich bis länglich eiförmig, 4–12 cm lang, 2–5 cm breit, oberseits glänzend, glatt, hellgrün bis grün und unterseits gelblichgrün. Der Blattstiel ist 1–2 cm lang. Die Blüten stehen in etwa 30-blütigen, abstehenden oder aufrechten Trauben. Die Einzelblüten sind weiß, 5-zählig und mehr oder weniger duftend. Später bilden sich kugelige, glänzende, rötlichschwarze bis purpurschwarze, 8–10 mm im Durchmesser große Steinfrüchte.


Abb. 1 Strauch der Prunus serotina in den Braundünen auf Spiekeroog, 13.08.2011, 6 m, 53° 46' 24 N, 07° 41' 59 O Abb. 2 Blütentrauben der Prunus serotina im Wäldchen auf Langeoog, 11.06.2021, 6 m, 53° 44' 18 N, 07° 28' 59 O

Abb. 3 Früchte und Laubblätter der Prunus serotina im Moor des Bargerveen, östliche Niederlande, 09.08.2011, 16 m, 52° 40' 12 N, 07° 02' 27 O Abb. 4 Kleiner Baum der Prunus serotina im Moor des Bargerveen, östliche Niederlande, 09.08.2011, 16 m, 52° 40' 12 N, 07° 02' 27 O


Der Gattungsname Prunus L. stand schon vor Linné für die Pflaumenbäume und wurde gr. "proumne", lat. "prunum" oder althochdeutsch "pfluma" genannt. Diese Namen dürften allesamt eine gemeinsame Sprachwurzel haben, die nicht bekannt ist und eventuell auf eine kleinasiatische Sprache zurückführbar ist. Das Epitheton serotina stammt von lat. "serotinus" (= spät), nach dem späteren Blühzeitpunkt im Vergleich zur ähnlichen Gewöhnlichen Traubenkirsche, P. padus L..

Für den Garten ist die Prunus serotina als Heckenpflanze oder Solitär geeignet, da die Pflanzen dichtlaubig sind. Der Standort sollte halbschattig bis sonnig und kalkfrei sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Prunus serotina. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/prunus-serotina.html am Tg.Mo.Jahr.

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