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Quercus canariensis Willd.
Algerische Eiche, Kanarische Eiche, Fagaceae - Buchengewächse
Frühlingblüher, IV–V, bis 20–30 m hoch, sommer-, halbimmergrün, mehrjährig

Quercus canariensis ist eine laubabwerfende oder halbimmergrüne Eiche bis 30 m Höhe. Sie stammt aus dem westlichen Mittelmeergebiet, wo sie in Wäldern von 700–1.000 Höhe wächst. Es ist wahrscheinlich, dass sie Bestände auf den Kanarischen Inseln durch Rodung vernichtet wurden. Die Bäume bilden im Alter eine ausladende Krone, die Borke ist dunkelbraun bis schwarz und aufreißend. Die Zweige sind grau grün, anfänglich flaumig behaart, später glatt. Die Knospen sind schmal konisch, bis 7 mm lang, bedeckt von hell-braunen Schuppen mit weißen Haaren. Die Blätter sind oval-elliptisch, bis 18 cm lang, zu Anfang wollig behaart, später glatt und nur an den Nerven leicht behaart. Erwachsene Blätter dunkel grün, nicht behaart, grau unterseits mit Haaren am Mittelnerv und mit 7–14 Paaren fein gezähnter Lappen. Die Eicheln sind 2,5–3,5 cm groß, oval-zylindrisch, in Büscheln zu 2–3, mit einem halbkugeligen Becher, der 1/3 der Eichel umfasst.

Die Kanarische Eiche hybridisiert sehr leicht und man findet in Kulturbeständen sehr oft keine reinen Spezies mehr. Gerne ist die einheimische Stieleiche, Quercus robur L., der Bestäubungspartner. Von der Kanarischen Eichen sind zahlreiche Unterarten beschrieben, die sich oft nur durch geringe Merkmale unterscheiden oder lediglich Ökotypen repräsentieren.

Der Gattungsnahme Quercus L. wurde schon im Altertum genutzt, lat. "quercus" bezeichnete Quercus robur L., die Stiel-Eiche. Die etymologische Wurzel des Wortes bleibt unklar. Das Epitheton canariensis bezieht sich auf den Naturstandort der Kanarischen Inseln, wo die Art mittlerweile wohl erloschen ist. Siehe auch Quercus.



Abb. 1 Dunkelbraune Borke einer Quercus canariensis im Freiland des Palmengartens Frankfurt, 25.01.2015 Abb. 2 Blätter der Quercus canariensis im Freiland des Palmengartens Frankfurt, 25.01.2015

Abb. 3 Laubblatt von Quercus canariensis im Freiland des Palmengartens Frankfurt, 25.01.2015 Abb. 4 Schmal konische, hell braune Knospen von Quercus canariensis im Freiland des Palmengartens Frankfurt, 25.01.2015

Abb. 5 Blätter der Quercus canariensis im Freiland des Palmengartens Frankfurt, 25.01.2015 Abb. 6 Baum der Quercus canariensis vor einem beheizten Gewächshaus im Freiland des Palmengartens Frankfurt, 25.01.2015


Die Kanarische Eiche ist in Mitteleuropa sicherlich kaum winterhart. Lediglich an den mildesten Standorten der Z 8b dürfte ein Anbau langfristig erfolgversprechend sein. So steht beispielsweise der Baum im Palmengarten Frankfurt an einem beheizten Gewächshaus und findet sich gleichzeitig in der Innenstadt mit vorteilhaftem Mikroklima. Bei einer Kultur ist an den Platzbedarf zu denken. Die Pflanzen bevorzugen kalk- oder basenreichen Boden, auch etwas verdichtet, ohne stehendes Wasser.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Quercus canariensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/quercus-canariensis.html am Tg.Mo.Jahr.

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