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Rohdea japonica (Thunb.) Roth.
Rohdea, Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühsommerblüher, V–VI, 10–45 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Rohdea stammt aus China und Japan. Dort siedelt sie in der Krautschicht von Wäldern, an schattigen und feuchten Plätzen, entlang von Bächen oder auf offenem Gelände im Mittelgebirge in Höhen von 700–1.700 m über NN. Es sind immergrüne Pflanzen mit kräftigem Rhizom und faserigen Wurzeln. Die Blätter sind bis 45 cm lang, stehen in basaler Rosette, sind dick papierartig mit zugespitzem Ende und haben einen kräftigen, bis 10 cm langen Stiel. Die Blüten erscheinen im Frühling bis Frühsommer, stehen an einem kurzen, gestauchten, bis 4 cm langen, vielblütigen Blütenstand. Die Blütenhülle ist gelblich. Zum Herbst hin bilden sich dekorative, rundliche, leuchtend rote, bis 8 mm große Beerenfrüchte.



Abb. 1 Laubblätter der Rohdea japonica in einem Privatgarten in Rheinstetten, 14.03.2015 Abb. 2 Pflanze des Steifen Schildfarns, Polystichum rigens Tagawa, zusammen mit Rohdea japonica im Schattenbeet eines Privatgartens, 25.03.2016

Abb. 3 Rohdea japonica zusammen mit dem Zierlichen Frauenhaarfarn, Adiantum venustum D. Don, dekorieren auch schwierige Stellen im Schatten, in einem Privatgarten in Rheinstetten, 19.03.2017 Abb. 4 Kolbenartiger Fruchtstand von Rohdea japonica in einem Privatgarten in Rheinstetten, 14.03.2015

Abb. 5 Junge, 2 Jahre alte Topfpflanze der Rohdea japonica 10–20 cm mit einer Sprossachse im 1L-Topf Abb. 6 Ältere, mindestens 7 Jahre alte Topfpflanze der Rohdea japonica 20–30 cm mit mehreren Sprossachsen im 2L-Topf


Der Gattungsname Rohdea Roth. wurde zu Ehren des deutschen Botanikers Michael Rohde (1782–1812) etabliert und zwar im Sterbejahr von Rohde. Manchmal finden sich andere, nicht korrekte Schreibweisen, wie versehentlich "Rhodea" oder "Rodhea". Das Art-Epitheton japonica verweist auf die Herkunft der Art.

Rohdea japonica ist hauptsächlich als robuste und anspruchslose Zimmerpflanze bekannt und heutzutage völlig aus der Mode gekommen, beziehungsweise in Vergessenheit geraten. Vielleicht auch weil sie das selbe Schicksal erlitten hat wie die Schusterpalme, Aspidistra eliator Blume, der seit G. Orwells Roman "Die Wonnen der Aspidistra" etwas Spießerhaftes angedichtet wurde. Was ausgesprochen kurzsichtig ist, denn ganz unabhängig von der breiten Perzeption ist die Bedeutung der Rohdea für den Exotengarten eine herausragende. Sie ist ein sehr dankbarer, immergrüner Exot für schattige und feuchte Stellen im Garten. Die Pflanzen sind ausgesprochen robust und dürften problemlos bis Z 7b winterhart sein. Im Laufe vieler Jahre breiten sich die Pflanzen ganz langsam aus und können als gestaltendes Element für schwierige Stellen gesetzt werden. Damit aber nicht genug. Im Herbst bilden sich an etablierten, älteren Pflanzen leuchtend rote Beerenstände, die den winterlichen Garten aufwerten und oft bis zum kommenden Frühsommer erhalten bleiben. Ein wertvolles Gestaltungselement. Standort schattig bis halbschattig, auch halbtags sonnig möglich. Boden leicht kalkhaltig bis leicht sauer, leicht feucht und humos.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Rohdea japonica. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/rohdea-japonica.html am Tg.Mo.Jahr.

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