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Rorippa amphibia (L.) Besser
Wasser-Sumpfkresse, Brassicaceae - Kreuzblütler
Beginn Frühsommerblüher, V–VII, 50–150 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Wasser-Sumpfkresse ist in Mitteleuropa mäßig häufig, tritt zerstreut besonders in den großen Stromtälern und dem norddeutschen Tiefland auf. Sie siedelt bevorzugt in feuchten, sumpfigen Gebieten wie lichten Auwäldern, langsam fließenden Gewässern oder am Ufer von Seen und Tümpeln. Gerne werden auch nährstoffreiche Abwässerkanäle besiedelt oder temporär trocken fallende Flächen. Die Pflanzen wachsen am Grunde mit niederliegenden Stängeln, die zum Ende hin aufsteigen und sich an dauerfeuchten oder überschlammten Abschnitten bewurzeln. So können ganze Sumpfflächen mit einem hohen Deckungsgrad besiedelt werden. Auch Bruchstücke können verschwemmt werden, anderen Orts wurzeln und neue Kolonien bilden. Typischerweise sind die Laubblätter sehr variabel, meist sind die Grundblätter kammförmig gefiedert, aber nicht immer. Hingegen finden sich meist ungeteilte, sitzende obere Stängelblätter; diese sind entweder gebuchtet oder geöhrt oder nicht. Sie können ganzrandig oder gezähnt sein. Die Blüten sind gelb, mit vier Petalen (Kronblättern) bis 6,5 cm lang. Da die Blütenstände von unten nach oben blühen, finden sich oft Früchte und Blüten gleichzeitig. Erstere sind deutlich bis 1,5 cm gestielt, eiförmig und waagerecht abstehend oder leicht nach unten gebogen.


Abb. 1 Rorippa amphibia in fließendem Gewässer, Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 17.06.2015, 41 m, 51° 08' 40 N 06° 52' 52 O Abb. 2 Rorippa amphibia am Ufer des Mühlenbachs in der Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 17.06.2015, 40 m, 51° 08' 39 N 06° 52' 24 O


Abb. 3 Sumpfflächen sind typische Standorte der Rorippa amphibia, Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 17.06.2015, 41 m, 51° 08' 40 N 06° 52' 42 O Abb. 4 Blütenstand der Rorippa amphibia, Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 17.06.2015, 41 m, 51° 08' 40 N 06° 52' 40 O


Abb. 5 Individuenreiche Kolonie der Rorippa amphibia in der Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 17.06.2015, 37 m, 51° 08' 39 N 06° 52' 40 O Abb. 6 Noch vereinzelt blühende Rorippa amphibia im Renaturierungsgebiet der Nette bei Grefrath-Vinkrath, 20.08.2916, 32 m, 51° 22' 07 N, 06° 19' 33 O

Abb. 7 Laubblätter von Rorippa amphibia. Die Pflanzen stehen im Bachstorm der Nette bei Grefrath-Vinkrath, 20.08.2916, 32 m, 51° 22' 07 N, 06° 19' 33 O

Das Benennungsmotiv des Gattungsnamens Rorippa Scop. ist ungeklärt. Das Epitheton palustris referiert auf das Habitat, lat. "paluster" (= im Sumpf lebend).

Für den Teich oder einen Bachlauf im Garten bietet sich Rorippa amphibia als unkomplizierte, hübsche Sommerstaude mit dekorativen Blüten an. Da die Pflanzen sich vegetativ gut ausbreiten, ist regelmäßige Kontrolle ratsam. Auch feuchtere Standorte in der Rabatte oder der sonnigen bis halbschattigen Staudenpflanzung werden gerne angenommen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Rorippa amphibia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/rorippa-amphibia.html am Tg.Mo.Jahr.

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