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Roscoea tumjensis Cowley
Nepal-Scheinorchidee, Zingiberaceae - Ingwergewächse
Sommerblüher, VII–VIII, 10–45 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Nepal-Scheinorchidee stammt aus Nepal, wo die Pflanzen auf Felsstandorten, Steinfluren und in Mischwäldern in Höhen von etwa 2.700 m über NN wachsen. Die Pflanzen haben fleischige Wurzeln, eine kleine Knolle und bilden einen Pseudostamm bis 45 cm Höhe. Es finden sich 4–8 lanzettliche, 4–8 cm lange, 1,5–4 cm breite, grüne, oft prupurfarben gefleckte, kahle und geöhrte Laubblätter; untere Laubblätter oft reduziert mit alleiniger Blattscheide. Die Blütenstände stehen terminal und sind mehr oder weniger von Blattscheiden umschlossen (intrafoliar). Die Hochblätter sind kürzer als der Kelch. Die Kronblätter sind blass lila bis hell purpurfarben, die Kronröhre 4–4,5 cm lang, der mittlere Lappen elliptisch, etwa 3 cm lang, 1,5–2,5 cm breit, seitliche Lappen linear bis länglich elliptisch, etwa 3 cm lang und 0,9–1,4 cm breit. Der Kelch ist röhrenförmig 3–4 cm lang und an der Spitze 3-lappig. Die seitlichen Staminoden (umgebildete Staubblätter mit Schaufunktion) sind 1,1–2,2 cm lang, 0,8–1,3 cm breit und haben eine zentrale Nervatur. Die zentralen Staminoden sind verwachsen, formen eine Lippe, sind 4,5–5,5 cm lang, 3,5–4,5 cm breit. Die Lippe ist bis auf 1/4 der Länge in 2 Lappen gespalten. Später bilden sich Kapselfrüchte.

Die Blüten ähneln denen der Roscoea humeana Balf. f. & W. W. Sm., während die geöhrten Laubblätter jenen der R. auricalata K. Schum. ähnlich sind, aber diese hat weiße, seitliche Staminoden.


Abb. 1 Scheinstämme der Roscoea tumjensis mit den geöhrten Laubblättern, Privatgarten, 03.09.2021 Abb. 2 Unifarbene Blüte der Roscoea tumjensis mit Kronlättern und Staminoden, Privatgarten, 04.09.2021

Abb. 3 Scheinstämme, Laubblätter, Früchte und Blüte von Roscoea tumjensis, Privatgarten, 04.09.2021 Abb. 4 Blüte der Roscoea tumjensis mit den röhrig verwachsenen Kronblätter und innen liegenden, gleichfarbenen Staminodenden, Privatgarten, 04.09.2021


Der Gattungsname Roscoea Sm. wurde zu Ehren von William Roscoe (1753-1831) etabliert, einem englischen Botaniker. Das Epitheton tumjensis bezieht sich auf den Sammelort des Typus bei Tumje, Nepal.

Von Roscoea tumjensis gibt es nur wenige kurzfristige Erfahrungen. Ideal ist ein offener und halbschattiger Standort mit mineralischem, nicht zu trockenem Boden. Im Winter sollten die Pflanzen nicht zu nass stehen, eventuell einen Nässeschutz erhalten; in kälteren Regionen sollte eine Lage Mulch aufgebracht werden. Im Austrieb schützt man die Pflanzen vor Schnecken.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Roscoea tumjensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/roscoea-tumjensis.html am Tg.Mo.Jahr.

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