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Ruta graveolens L.
Weinraute, Rutaceae - Rautengewächse
Sommerblüher, VI–X, 15–90 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Weinraute stammt aus dem Mittelmeerraum und ist wahrscheinlich schon seit den Römern in Mitteleuropa eingebürgert. Es sind immergrüne, aromatische Pflanzen mit verzweigten Stängeln und 1–2-fach gefiederten, blaugrünen, unbehaarten Blättern. Im Gegenlicht erkennt man, ähnlich dem Tüpfel-Johanniskraut, Hypericum perforatum L., die durchscheinenden Öldrüsen der Laubblätter, die für den ausgeprägt aromatischen Duft verantwortlich sind. Die Blütenstände erscheinen im Sommer, bei trocken-warmem Witterungsverlauf schon im Juni. Oft blühen die Pflanzen bis in den Herbst hinein, so dass sie Frucht- und Blütenstände gleichzeitig präsentieren. Die Blütenstände sind wenigblütige Scheindolden mit 4–6-zähligen Blüten und 5(–6)-zähligen Endblüten. Die Kronblätter sind gelb. Später bilden sich Samenkapseln.



Abb. 1 Gefiedertes Laubblatt der Ruta graveolens, nördlich von Calla Millor, Mallorca, Spanien, 03.10.2007, 123 m, 39° 40' 11 N, 03° 23' 46 O Abb. 2 Die 4-zähligen Blüten der Ruta graveolens mit ihren gelben Kronblättern, Privatgarten, 16.06.2015

Abb. 3 Ruta graveolens im Spätsommer mit Fruchtständen und gleichzeitigen Blüten, römisches Museum Bad Deutsch Altenburg, Österreich, 15.09.2011 Abb. 4 Auch das ist häufig zu beobachten: Blütenstand der Ruta graveolens mit 4–6-zähligen Blüten, Privatgarten, 16.06.2015

Abb. 5 Exemplar der Ruta graveolens bei Argelès sur Mer mit nicht ganz geöffneter Blüte im Herbst, Südfrankreich, 15.10.2005 Abb. 6 Exemplar der Ruta graveolens wie Abb.1, in einem Mischwald nördlich von Calla Millor, Mallorca, Spanien, 03.10.2007, 123 m, 39° 40' 11 N, 03° 23' 46 O

Abb. 7 Exemplar der Ruta graveolens in der trockenen Macchie auf der kroatischen Insel Brac, 18.10.2012, 558 m, 43° 18' 31 N, 16° 37' 46 O Abb. 8 Etwa 3-jährige, blühende Topfpflanze 20–30 cm der Ruta graveolens im 1L-Topf

Abb. 9 Blaugrüne Laubblätter der Ruta graveolens an der Via Monte Nai in Costa Rei, Sardinien, 14.10.2016, 83 m, 39° 15' 39 N, 09° 34' 12 O Abb. 10 Blüte der Ruta graveolens nach der Befruchtung mit anschwellendem Fruchtknoten. Auf einer gestörten Fläche am Strand von Costa Rei, Sardinien, 12.10.2016, 6 m, 39° 16' 43 N, 09° 35' 15 O

Abb. 11 Exemplar der Ruta graveolens in der Macchie oberhalb von Costa Rei, Sardinien, 20.10.2016, 43 m, 39° 15' 22 N, 09° 34' 24 O

Der Gattungsname Ruta L. stammt von gr. "rhyte" (= Weinraute), ist aber unerklärter Herkunft. Hieraus folgte lat. "ruta" und ist so im Deutschen übernommen worden - der geometrische Begriff Raute ist gleichlautend, hat aber eine andere Bedeutung. Das Epitheton graveolens stammt von lat. "gravis" (= schwer) und lat. "olere" (= duftend) zu stark duftend und bezieht sich auf den aromatischen Charakter der Pflanzen.

Die Weinraute findet sich schon lange in der mitteleuropäischen Gartenkultur, wahrscheinlich seit der Römerzeit, in der Hauptsache als Medizinial- und Gewürzpflanze im Kräutergarten. Laubblätter, Früchte und Wurzeln werden zum Würzen von Speisen und Wein genutzt. Gelegentlich findet sich noch eine medizinische Anwendung. Dabei kommt die Weinraute nicht nur als Nutzpflanze in Betracht, sondern auch als dekorativer, sonnenliebender Exot für das mediterrane Beet oder den Steingarten. Die Pflanzen blühen oft den gesamten Sommer über, haben eine immergrüne, bläulich schimmernde Architektur und duften auch herrlich. Gründe genug, diesen etwas in "Vergessenheit" geratenen Exoten häufiger zu pflanzen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Ruta graveolens. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ruta-graveolens.html am Tg.Mo.Jahr.

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