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Salicornia europaea L. s. l.
Gewöhnlicher Queller, Amaranthaceae - Fuchsschwanzgewächse
                                 (Chenopodiaceae - Gänsefußgewächse)
Hochsommerblüher, VIII–X, 05–30(–45) cm hoch, sommergrün, einjährig

Der Gewöhnliche Queller kommt verbreitet entlang der mitteleuropäischen Küsten vor, zerstreut an binnenländischen Salzsenken. An der Küste werden Küstenwatte besiedelt, die regelmäßig oder dauerhaft überflutet werden. Der Gewöhnliche Queller umfasst eine ganze Reihe von morphologsich schwer bestimmbaren Sippen, die meist nur zum Ende des Hochsommers identifizierbar sind. Daher werden die heimischen Queller als Aggregatkomplex aufgefasst und die Artdiagnase im weiteren Sinne bevorzugt (sensu lato).

Im Watt ist der Gewöhnliche Queller meist eine Pionierpflanze. Es sind aufrechte, seltener niederliegende, meist stark verzweigte Pflanzen mit fleischigen, grünen, blattlosen, segmentierten Sprossen. Die Blüten sind unscheinbar, stehen zu 3 in 1–4(–5) cm großen Scheinähren. Später bilden sich rundliche, 1–1,7 mm lange Samen.


Abb. 1 Reichlich verzweigende Salicornia europaea in der unteren Salzwiese auf Langeoog nahe dem Hafen, 03.08.2010, 0 m, 53° 43' 55 N, 07° 30' 13 O Abb. 2 Zahlreiche Pflanzen der Salicornia europaea im Sandwatt am Ostende auf Langeoog, 20.07.2009, 0 m, 53° 44' 52 N, 07° 37' 30 O

Abb. 3 Pflanzen der Salicornia europaea im Schlickwatt am Ostende auf Langeoog, 04.08.2010, 0 m, 53° 44' 45 N, 07° 36' 49 O Abb. 4 Reichlich verzweigende Pflanze der Salicornia europaea im Sandwatt am Ostende auf Langeoog, 20.07.2009, 0 m, 53° 44' 52 N, 07° 37' 30 O

Abb. 5 Die Pflanzen der Salicornia europaea sind Erstbesiedler im Sandwatt am Ostende auf Langeoog, 20.07.2009, 0 m, 53° 44' 52 N, 07° 37' 30 O Abb. 6 Zahlreiche Pflanzen der Salicornia europaea bei Hochwasser in der Andelgraszone der Salzwiesen auf Spiekeroog, 11.08.2011, 0 m, 53° 46' 23 N, 07° 43' 53 O

Abb. 7 Pflanzen Salicornia europaea bei Hochwasser in den Salzwiesen auf Spiekeroog, teilweise schon mit rötlicher Stressfärbung, 11.08.2011, 0 m, 53° 46' 31 N, 07° 43' 59 O


Der Gattungsname Salicornia L. wurde schon vorlinnäisch genutzt und leistet sich ab von arab. "sala" (= braten. rösten), was auf die ehemalige Nutzung zur Sodaherstellung durch Röstung abzielt. Auch möglich wäre ein Benennungsmotiv nach lat. "sal" (= Salz), wenn man den natürlichen Lebensraum und den hohen Salzgehalt des Pflanzensaftes betrachtet. Das Epitheton europaea bezieht sich auf die Herkunft der Art.

Salicornia europaea dürfte wie die Mehrzahl der Halophyten schwierig zu kultivieren sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Salicornia europaea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/salicornia-europaea.html am Tg.Mo.Jahr.

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