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Saponaria officinalis L.
Gewöhnliches Seifenkraut, Echtes Seifenkraut, Caryophyllacaeae - Nelkengewächse
Hochsommerblüher, VI–XI, 40–80 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Gewöhnliche Seifenkraut ist in Mitteleuropa häufig und siedelt gerne auf Brachflächen, Böschungen, an Flussufern und in Auen, oft auch auf gestörten Flächen wie Schuttplätzen oder an Wegesrändern. Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis nach Sibirien. Die Pflanzen breiten sich über das kriechende Rhizom aus und können so große Kolonien bilden. Wurzelbruchstücke bewurzeln leicht und bilden neue Pflanzen. Die Stängel sind aufrecht mit kreuzgegenständigen, breit lanzettlichen, 3-nervigen Laubblättern. Die Blütenstände sidn doldig, stehen in den Achseln der Laubblätter und tragen zahlreiche, weiße oder rötliche, bis 2 cm große Blüten. Die Kelchblätter sind grün, oft rötlich unterlaufen und zu einer 2–2,5 cm langen Röhre verwachsen. Ähnlich der Roten Lichtnelke, Silene dioica (L.) Clairv., findet sich am Schlundeingang der Krone eine kleinere Nebenkrone.

Nach der Blüte vertrocknen die Kelche und geben die zahlreichen, schwarzbraunen, rundlichen, flach nierenförmigen Samen frei.


Abb. 1 Individuenreicher Bestand der Saponaria officinalis auf einem Damm auf Langeoog. Wahrscheinlich stammt die Kolonie aus einem der anliegenden Gärten. Süderdünenring, 05.07.2010, 2 m, 53° 44' 32 N, 07° 29' 17 O Abb. 2 Gefüllte Blüte der Saponaria officinalis an der gut die Anlage der kleinen Nebenkrone erkennbar ist. Langeoog, Süderdünenring, 23.07.2014, 2 m, 53° 44' 32 N, 07° 29' 17 O


Abb. 3 Blütenstand der Saponaria officinalis auf Langeoog, Süderdünenring, 23.07.2014, 2 m, 53° 44' 32 N, 07° 29' 17 O Abb. 4 Prächtiger Bestand von Saponaria officinalis auf Langeoog, Süderdünenring, 23.07.2014, 2 m, 53° 44' 32 N, 07° 29' 17 O


Abb. 5 Kreuzgegenständige Laubblätter von Saponaria officinalis, Langeoog, 23.07.2014, 2 m, 53° 44' 32 N, 07° 29' 17 O Abb. 6 Reife Kapselfrüchte der Saponaria officinalis, Nahe-Aue bei Bingen-Büdesheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 84 m, 49° 56' 40 N, 07° 53' 58 O


Abb. 7 Schwarzbraune, nierenförmige Samen von Saponaria officinalis, Nahe-Aue bei Bingen-Büdesheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 84 m, 49° 56' 40 N, 07° 53' 58 O Abb. 8 Blüte der Saponaria officinalis, Nahe-Aue bei Bingen-Büdesheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 84 m, 49° 56' 40 N, 07° 53' 58 O


Abb. 9 Die Kapselfrüchte im Inneren der Kelchröhre bei Saponaria officinalis öffnen sich mit vier Zipfeln, Nahe-Aue bei Bingen-Büdesheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 84 m, 49° 56' 40 N, 07° 53' 58 O Abb. 10 Bestand der Saponaria officinalis auf einer Wiese im Rheinbogen bei Stürzelberg am Campingplatz, 13.07.2012, 37 m, 51° 09' 35 N, 06° 51' 04 O


Abb. 11 Blütenstand von Saponaria officinalis auf einer Sandbank im Rheinbogen bei Stürzelberg, 13.07.2012, 32 m, 51° 09' 34 N, 06° 50' 14 O Abb. 12 Blühende Saponaria officinalis auf einer Sandbank im Rheinbogen bei Stürzelberg, 13.07.2012, 32 m, 51° 09' 34 N, 06° 50' 14 O


Abb. 13 Rotfärbung der Blütenkelche. Die noch unreife Fruchtkapsel erscheint grün an der Spitze der Kelchröhre. Saponaria officinalis im Rheinbogen bei Stürzelberg, 13.07.2012, 32 m, 51° 09' 37 N, 06° 50' 13 O Abb. 12 Blühende Saponaria officinalis auf einer Sandbank im Rheinbogen bei Stürzelberg, 06.08.2010, 32 m, 51° 09' 34 N, 06° 50' 14 O


Der Gattungsname Saponaria L. stammt von lat. "sapo" (= Seife). Dies ist wahrscheinlich ein germanisches Lehnwort, welches erst im Spätlatein und Spätgriechischen die heutige Bedeutung erlangte, da in der Antike Seife im eigentlichen Sinne noch nicht genutzt wurde. Das Rhizom der S. officinalis enthält Saponin, welches eine stark aufschäumende Abkochung als Waschmittel ergibt. Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, und ergibt sich aus der Nutzung der Pflanzen als Arzneimittel und Detergentium.

Für den Garten bietet sich das Gewöhnliche Seifenkraut als langblühender Sommerflor an. Es gibt verschiedene Kultursorten mit Unterschieden in der Blühfarbe und der Blütenform. Gefüllte Blüten sind besonders hübsch. Will man die Bestände klein halten, bietet sich eine flache Rhizomsperre an.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Saponaria officinalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/saponaria-officinalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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