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Saxifraga paniculata Mill.
Rispen-Steinbrech, Trauben-Steinbrech, Saxifragaceae - Steiinbrechgewächse
Ende Frühsommerblüher, V–VIII, 10–50 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Rispen-Steinbrech ist in Mitteleuropa selten und siedelt gerne in Kalkfelshabitaten, zusammen mit Moosen, auf unbefestigten Mauern oder Schuttfächern und kommt bis in die alpine Höhenstufe oberhalb der Baumgrenze vor. Er ist kalkliebend und kann, selbst wenn nur eine dünne Schicht Substrat auf dem Fels liegt, gedeihen. Die Pflanzen wachsen in deutlichen Rosetten und können dichte Pflanzenpolster bilden, da sie über 4 cm lange Ausläufer bilden. Am Rand der ei- bis zungenförmigen Blätter sitzen kalkausscheidene Grübchen über die der Rispen-Steinbrech den überschüssigen Kalk abgibt. Deshalb ist der Rand mit einer weiß-grauen Kalkschicht bedeckt. Die Blütenstängel sind traubig, oben verzweigt und tragen pro Ast 1–5 weiße, oft rot punktierte, 3–6 mm große Blüten.

Da das Verbreitungsgebiet der Saxifraga paniculata von Südosteuropa bis nach Island und Nordamerika reicht, gibt es zahlreiche Morphotypen der Art, die teilweise als Unterarten oder Varitäten gesehen werden.



Abb. 1 Gut erkennbare, weiß-graue Kalkanlagerungen an den Rändern der Laubblätter von Saxifraga paniculata auf Kalkstein, First, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 2.274 m, 46° 39' 53 N 08° 02' 52 O Abb. 2 Polster einer Saxifraga paniculata mit zahlreichen Rosetten in einer Felswand am First, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 2.274 m, 46° 39' 53 N 08° 02' 52 O


Der Gattungsname Saxifraga L. war schon vorlinnäisch gebräuchlich, lat. "saxum" (= Fels, Stein) und lat. "frangere" (= brechen), allerdings ist das Benennungsmotiv nicht klar, da die Pflanzen ja nicht steinbrechend sind. Vorstellbar wäre eine volksmythologisches Idiom desselben oder eine Anwendung in der Heilkunde als Steinmittel. Das Epitheton paniculata stammt von lat. "paniculatus" (= rispig) und beschreibt den Blütenstand.

Saxifragae paniculatae sind hübsche Bodendecker, die gelegentlich in Gärten kultiviert werden. Bevorzugt kommen Steingärten, alpine Beete oder Sukkulentenpflanzungen als Standort infrage. Ideal wäre ein sonniger und kalkhaltiger Standort, gleichwohl auch Halbschatten und neutrale Verhältnisse gut toleriert werden. Die Art ist sehr trockenresistent und kann an exponierten Felsdekorationen gedeihen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Saxifraga paniculata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/saxifraga-paniculata.html am Tg.Mo.Jahr.

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