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Sesleria caerulea (L.) Ard.
    synonym: Cynosurus caerulus L.
                   Sesleria albicans Kit. ex Schult.
                   Sesleria uliginosa Opiz
Kalk-Blaugras, Poaceae - Süßgräser
Frühlingblüher, III–V(–IX), 10–45 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Kalk-Blaugras tritt in der Mitte und im Süden Mitteleuropas verbreitet bis zerstreut auf, im Norden fehlt es. Als kolline (150–300 m über NN) bis alpine Art besiedelt es die Mittelgebirge und Alpen in lichten Wäldern, Felsfluren und Rasen. Es ist zwar kalkstet, tritt jedoch auch auf oberflächlich entkalkten Rohhumusböden auf. Gelegentlich wird Sesleria caerulea als Zierpflanze angebaut. Die Art wächst horstig und bildet an Standorten oft dichte Rasen. Die Laubblätter sind 2–3 mm breit, grün mit bläulichem Schimmer, flach, mit deutlichem Mittelnerv. Die Ährenripse ist zyindrisch, 1–4 cm lang. Die Ährchen stehen dicht auf der Rispe, sind 2–3-blütig. Die Blüten haben eine Deckspelze mit 1–5 grannenartigen Spitzen.


Abb. 1 Rasiger Bestand der Sesleria caerulea mit seinen blau schimmernden Laubblättern auf einem oberflächlich entkalkten Rohhumusboden in einem Fichtenforst im Urft-Tal, Eifel, 03.08.2016, 448 m, 50° 30' 29 N, 06° 37' 27 O Abb. 2 Dichter Horst der Sesleria caeruleaa an einem halbschattigen Standort im Botanischen Garten Bonn, 07.09.2016

Abb. 3 Zylindrischer Fruchtstand der Sesleria caeruleaa im Botanischen Garten Bonn, 07.09.2016 Abb. 4 Rasiger Bestand der Sesleria caerulea, in dem das Kriechende Netzblatt, Goodyera repens (L.) R. Br., nicht unterdrückt wird. Lichter Fichtenforst in montaner Stufe auf Kalk. Urft-Tal, Eifel, 03.08.2016, 448 m, 50° 30' 29 N, 06° 37' 27 O

Der Gattungsname Sesleria Scop. wurde zu Ehren von Lionardo Sesler (–1785) etabliert, einem italienischen Botaniker. Das Epitheton caerulea stammt von lat. "caeruleus" (= blau), nach der Färbung der Laubblätter.

Als immergrünes Gras findet sich Sesleria caerulea häufiger als Zierpflanze in Gärten und Parks. Es ist ein architektonisch hübsches Gras für den Steingarten oder formales Design. Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger, auch trockener und kalkhaltiger Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Sesleria caerulea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sesleria-caerulea.html am Tg.Mo.Jahr.

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