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Solanum nigrum L.
Schwarzer Nachtschatten, Solanaceae - Nachtschattengewächse
Sommerblüher, VI–X, 10–50 cm hoch, sommergrün, ein-(mehr-)jährig

Der Schwarze Nachtschatten ist in Mitteleuropa ein Archäophyt (vor 1.500 n. Chr. eingewandert) und stammt ursprünglich wahrscheinlich aus dem Mittelmeerraum. Das Verbreitungsgebiet erstreckt weltweit, wo die Pflanzen meist an Ruderalstandorten, Wegen, Schuttflächen, Ufern von Flüssen oder an Ackerfluren auftreten. Die Pflanzen Die Stängel sind kantig und stark verästelt. Oft sind die Pflanzen schwarz violett unterlaufen. Meist sind sie nur wenig behaart, ansonsten kahl. Die Blätter sind eiförmig, bis 7 cm lang, 3-eckig, meist ganzrandig, selten gezähnt. Die Blüten stehen in Trugdolden zu 5–10, sind weiß, gestielt und mit 5-zähliger, sternförmiger Krone. Später bilden sich grüne, manchmal schwarz gefleckte, bei Reife dann schwarze, rundliche Beeren, die zahlreiche abgeflachte Samen enthalten.


Abb. 1 Blütenstand von Solanum nigrum auf der Insel Langeoog, 25.07.2010, 4 m, 53° 44' 19 N, 07° 28' 24 O Abb. 2 Grüne und schwarze Früchte des Solanum nigrum am Spülsaum des Rheins bei Stürzelberg, 06.08.2010, 32 m, 51° 09' 34 N, 06° 50' 15 O

Abb. 3 Blüten des Solanum nigrum ssp. schultesii mit deutlich behaarten Pflanzenteilen, möglich wäre auch eine Hybride. Rheinwiesen beim Düsseldorfer Hafen, Lausward, 24.07.2009, 29 m, 51° 13' 16 N, 06° 43' 41 O Abb. 4 Unreife, grüne Früchte des Solanum nigrum in der Macchie auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 12.10.2015, 14 m, 42° 39' 47 N, 18° 03' 46 O

Abb. 5 Pflanze des Solanum nigrum in der Macchie auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 12.10.2015, 15 m, 42° 39' 46 N, 18° 03' 46 O Abb. 6 Pflanze des Solanum nigrum auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 12.10.2015, 15 m, 42° 39' 46 N, 18° 03' 46 O

In Mitteleuropa sind die Pflanzen einjährig, in warmen, besonders den (sub-)tropischen Regionen auch mehrjährig, aber kurzlebig. Besonders die unreifen Früchte des Schwarzen Nachtschattens sind giftig, gleichwohl reife Beeren und auch Laubblätter in manchen Kulturen gegessen werden.

Es wurden zahlreiche Unterarten des Schwarzen Nachtschattens beschrieben. Lediglich der Behaarte Schwarze Nachtschatten, S. nigrum ssp. schultesii (Opiz) Wessely hat eine gewisse taxonomische Wertigkeit. Diese Unterart hat deutlich buchtig gelappte Laubblätter und ist an allen Teilen abstehend behaart und teilweise drüsig. Sie besiedelt mehr thermophile Standorte als die ssp. nigrum.

Abb. 7 Reife, schwarze Früchte des Solanum nigrum auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 12.10.2015, 15 m, 42° 39' 46 N, 18° 03' 46 O Abb. 8 Blühendes Solanum nigrum ssp. schultesii, möglich wäre auch eine Hybride. Rheinwiesen beim Düsseldorfer Hafen, Lausward, 24.07.2009, 29 m, 51° 13' 16 N, 06° 43' 41 O

Abb. 9 Grüne und schwarze Früchte des Solanum nigrum am Spülsaum des Rheins bei Stürzelberg, 29.08.2009, 32 m, 51° 09' 34 N, 06° 50' 15 O Abb. 10 Blüten von Solanum nigrum auf der Insel Langeoog, 25.07.2010, 4 m, 53° 44' 19 N, 07° 28' 24 O


Der Gattungsname Solanum L. wurde schon antik genutzt, ist in seiner etymologischen Bedeutung aber nicht sicher geklärt, da er für viele Gattungen der Solanaceae genutzt wurde. Am wahrscheinlichsten dürfte es auf lat. "solari" (= trösten, lindern) zurückzuführen sein, da einige der Nachtschattengewächse in der Volksmedizin als schlafanstoßende Zubereitungen genutzt wurden. Das Epitheton nigrum stammt von lat. "niger" (= schwarz) und beschreibt die reifen Früchte.

Der Schwarze Nachtschatten wächst am besten an einem offenen, sonnigen und möglichst warmen Standort im mediterranen Beet, Steingarten oder Alpinum. Der Boden sollte gut durchlässig sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Solanum nigrum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/solanum-nigrum.html am Tg.Mo.Jahr.

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