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Sonchus arvensis L.
Acker-Gänsedistel, Asteraceae - Korbblütengewächse
Sommerblüher, VII–X, 50–150 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Acker-Gänsedistel ist in Mitteleuropa häufig und kommt in allen Bundesländern verbreitet vor. Das Verbreitungsgebiet ist ursprünglich europäisch. Durch menschliche Aktivität hat sich die Art mittlerweile aber auf fast allen Kontinenten mit Ausnahme Südamerikas ausgebreitet. Bevorzugt besiedelt die Acker-Gänsedistel Ruderalflächen, Äcker, Brachen, Fussufer und die Dünen der Küsten. Die Artbilden einen kriechenden Wurzelstock. Nach Teilung können die Pflanzen mit Wurzelsprossen neu austreiben. Die Acker-Gänsedistel gehört zu den milchsaftführenden Pflanzen. Die Stängel sind einfach oder nur wenig verzweigt, meist grün, manchmal rötlich. Die Laubblätter sind glänzend grün, fiederspaltig bis buchtig, sitzend, teilweise unregelmäßig gezähnt oder gesägt und die oberen Blätter haben Öhrchen am Grund. Der Blütenstand ist eine lockere Schirmrispe mit wenigen Blütenköpfchen. Köpfchenhülle und Blütenstiele sind mit mit goldgelben Drüsenhaaren besetzt, lediglich die von manchen Autoren abgetrennte Unterart ssp. uliginosus (M. Bieb.) Nyman hat wenige bis keine Drüsen. Die Blütenköpfchen sind 4–5 cm im Durchmesser mit goldgelben Zungenblüten. Später bilden sich braune Früchte mit weißem "Fallschirm" (= Pappus).



Abb. 1 Die wenigblütige Schirmrispe von Sonchus arvensis am Wegesrand in den Süßwiesen auf Langeoog, 0 m, 53° 45' 10 N, 07° 31' 02 O, 27.07.2016 Abb. 2 Pflanzen des Sonchus arvensis in der Graudünen-Grasflur am östlichen Ende des Pirolatals auf Langeoog, 0 m, 53° 45' 12 N, 07° 30' 20 O, 15.07.2015

Abb. 3 Blattrosetten von Sonchus arvensis in den Weißdünen auf Spiekeroog, 0 m, 53° 46' 40 N, 07° 43' 56 O, 13.07.2015 Abb. 4 Fruchtstände von Sonchus arvensis mit den weißen Pappi. Graudünen-Grasflur auf Langeoog, 0 m, 53° 45' 12 N, 07° 30' 20 O, 15.07.2015

Abb. 5 Blühende Pflanzen von Sonchus arvensis iin den Strandhafer-Weißdünen am Strand auf Langeoog, 5 m, 53° 45' 17 N, 07° 29' 11 O, 02.08.2010 Abb. 6 Blühende Sonchus arvensis in den Strandhafer-Weißdünen am Hauptstrand auf Langeoog, 2 m, 53° 45' 19 N, 07° 29' 30 O, 27.07.2016

Abb. 7 Geschlossenes Blütenköpfchen von Sonchus arvensis mit der drüsig besetzten, dunkelgrünen Hülle. Weißdünen auf Spiekeroog, 0 m, 53° 46' 40 N, 07° 43' 56 O, 13.07.2015 Abb. 8 Die gelblichen Drüsenhaare der Hülle von Sonchus arvensis dienen dem Abhalten von unerwünschten "Krabbelbesuchern" des Blütenkörbchens. Graudünen-Grasflur auf Langeoog, 0 m, 53° 45' 12 N, 07° 30' 20 O, 15.07.2015

Abb. 9 Fiederspaltiges Laubblatt von Sonchus arvensis mit unregelmäßig gesägtem Rand. Weißdünen auf Spiekeroog, 0 m, 53° 46' 40 N, 07° 43' 56 O, 13.07.2015 Abb. 10 Blütenkörbchen und Blütenstandsstiele von Sonchus arvensis sind drüsig besetzt. Hauptstrand auf Langeoog, 4 m, 53° 45' 17 N, 07° 29' 11 O, 28.07.2016

Abb. 11 Blühende Pflanze von Sonchus arvensis am Übergang der oberen Salzwiese zum Grünland auf Langeoog, 0 m, 53° 44' 58 N, 07° 32' 29 O, 15.07.2015 Abb. 12 Grundständige Laubblätter von Sonchus arvensis, sie gesägt sind und nicht fiederschnittig oder buchtig. Übergang der oberen Salzwiese zum Grünland auf Langeoog, 0 m, 53° 44' 58 N, 07° 32' 29 O, 15.07.2015

Abb. 13 Am Vormittag geöffnetes Blütenkörbchen von Sonchus arvensis in den Süßwiesen auf Langeoog, 0 m, 53° 45' 10 N, 07° 31' 02 O, 29.07.2016 Abb. 14 Blühende Pflanzen von Sonchus arvensis in der Graudünen-Grasflur auf Langeoog, 1 m, 53° 45' 06 N, 07° 30' 57 O, 29.07.2016

Der Gattungsname Sonchus L. stammt von gr. "sogkos" (= Dorn-Gänsedistel) und umfasste die Raue Gänsedistel, Sonchus asper (L.) Hill, sowie mehrere anderen Gattungen wie Chondrilla L., Cicerbita Wallr. und Mycelis Cass. Letztlich bleibt das Bennungsmotiv unerklärt. Das Epitheton arvensis stammt von lat. "arva" (= Ackerland) und beschreibt einen typischen Fundort der Art.

Sonchus arvensis wird nur selten als Zierpflanze in Gärten angebaut. Dennoch hat er durchaus eine Berechtigung im naturnahen Garten und ziert mit seiner langen Blühpflanze im Sommer das Staudenbeet oder die Wildblumenwiese.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Sonchus arvensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sonchus-arvensis.html am Tg.Mo.Jahr.

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