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Thymelaea hirsuta (L.) Endl.
Behaarte Spatzenzunge, Thymelaeaceae - Seidelbastgewächse
Herbst-, Winterblüher, X–V, 20–100 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Behaarte Spatzenzunge stammt aus dem Mittelmeergebiet, wo die Pflanzen an Trockenstandorten der Garrigue, im Spritzwassersaum der Küsten oder Felshabitaten wachsen. Es sind formenreiche Sträucher mit meist überhängenden Zweigen, die anfangs wollig-weiß, später kahl und braun sind. Ältere Sträucher verkahlen mittig. Die Laubblätter sind dachziegelartig angeordnet, schuppenförmig, 3–8 mm lang und etwas fleischig. Die Blüten sind klein, oft unscheinbar, gelblich, in Büscheln zu 1–3, außen weiß haarig, innen kahl und 4–5 mm groß.


Abb. 1 Blühende Pflanze der Thymelaea hirsuta an der Felsküste bei Porto Corallo, Sardinien, 2 m, 39° 26' 12 N, 09° 38' 07 O, 15.10.2012 Abb. 2 Junge Pflanze der Thymelaea hirsuta an der Felsküste bei Porto Corallo, Sardinien, 1 m, 39° 26' 12 N, 09° 38' 11 O, 15.10.2012



Abb. 3 Junge Zweige sind weißlich und behaart, ältere Zweige von Thymelaea hirsuta braun und kahl, an der Felsküste bei Porto Corallo, Sardinien, 2 m, 39° 26' 12 N, 09° 38' 07 O, 15.10.2012 Abb. 4 Pflanze der Thymelaea hirsuta mit hängenden Zweigen. an der Felsküste bei Porto Corallo, Sardinien, 2 m, 39° 26' 12 N, 09° 38' 07 O, 15.10.2012


Der Gattungsname Thymelaea Mill. existierte schon vorlinnäisch und ist ein Kompositum aus gr. "thymon" (= Thymian) und gr. "elaia" (= Ölbaum), nach der halbstrauchartigen Wuchsform, ähnlich dem Thymian, und den ganzrandigen Laubblättern, ähnlich dem Ölbaum. Da der vorlinnäische Gattungsname neben der Spatzenzunge auch 2 Arten der Gattung Daphne L., nämlich D. cneorum L. und D. gnidium L., umfasste, wird der Vergleich stimmig. Das Epitheton hirsuta stammt von lat. "hirsutus" (= borstig, bedeckt mit langen steifen Haaren), nach den behaarten Sprossachsen der Art.

Die Behaarte Spatzenzunge ist ein dekorativer Zwergstrauch, der wohl nur für die wintermilden Regionen an einem warmen, sonnigen Standort geeignet ist. Ideale Plätze finden sich im Alpinum oder Steingarten, wo die hübsche Architektur zur Geltung kommt. Langfristige Erfahrungen mit dieser mediterranen Art sind allerdings rar.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Thymelaea hirsuta. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/thymelaea-hirsuta.html am Tg.Mo.Jahr.

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