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Daphne gnidium L.
Herbst-Seidelbast, Thymelaeaceae - Seidelbastgewächse
Sommer-Herbstblüher, VI–X, 50–200 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Daphne gnidium stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum, wo die Pflanzen im Unterwuchs lichter Wälder oder dem Matorral wachsen. Es sind immergrüne Sträucher mit aufrechten Ästen, die bevorzugt im unteren Teil verzweigen. Die Laubblätter finden sich besonders in den oberen Teilen der Äste, sind kahl, blaugrün, lineal bis lanzettlich, spitz und unterseits fein drüsig. An den Enden der Triebe erscheinen die Blüten zwischen den Laubblättern, sind 2–4 cm lang, haben wie alle Seidelbastgewächse keine Kronblätter, sondern röhrenförmige, 4-zipfelige, farbige Kelchblätter, hier gelblichweiß. Später bilden sich eiförmige, fleischige, leuchtend rote, später schwarze Früchte.


Abb. 1 Daphne gnidium (mittig) zusammen mit dem Europäischen Stechginster, Ulex europaeus L., auf einer gestörten Fläche nahe der Santuário da Peninha in der Serra de Peninha, Westportugal, 464 m, 38° 46' 07 N, 09° 27' 38 W, 21.10.2009 Abb. 2 Die Blüten der Daphne gnidium erscheinen zwischen den Laubblättern. Wegesrand in der Serra de Peninha, Westportugal, 366 m, 38° 46' 08 N, 09° 26' 15 W, 21.10.2009

Abb. 3 Daphne gnidium im Unterwuchs mit Farnen an einem Wegesrand in der Serra de Peninha, Westportugal, 366 m, 38° 46' 08 N, 09° 26' 15 W, 21.10.2009 Abb. 4 Rote Frucht und Blüten der Daphne gnidium in der Mcchie der Punta de Namer, Mallorca, Spanien, 05.10.2007, 10 m, 39° 34' 58 N, 03° 23' 35 O

Abb. 5 Blühender Strauch der Daphne gnidium in der Macchie bei Porto Tramatzu, Sardinien, 18.10.2015, 93 m, 39° 27' 27 N, 09° 37' 21 O Abb. 6 Etwa 2 m hoher blühender Strauch der Daphne gnidium, an einem Straßenrand bei Nerja, Spanien, 06.10.2008, 63 m, 36° 45' 22 N, 03° 50' 58 W

Abb. 7 Früchte und Blüten der Daphne gnidium im Retamal der Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 17.10.2010, 3 m, 37° 11' 21 N, 07° 20' 47 W


Die Ableitung des Gattungsnamens Daphne geht auf die Ähnlichkeit von Daphne laureola L., dem Lorbeer-Seidelbast, mit dem Lorbeerbaum (Laurus nobilis L.) zurück: lat. "daphne" (= "laurus", Lorbeerbaum). Sowohl die gelbgrünen Blüten, das immergrüne Blatt, als auch die schwarzen Früchte sind bei beiden Arten sehr ähnlich. Aus der vorlinnéschen Zeit stammt die von J. Bauhin (1650, Historia plantarum universalis I, 5:556) genutzte Bezeichung: "Laureola folio deciduo, sive Mezereum Germanicum", die schon die Ähnlichkeit beider Arten andeutet. Linné etablierte später den Gattungsnamen Daphne. Das Epitheton gnidium leitet sich ab von jungattisch "Gnidios", der Stadt Knidos in Karien, im heutigen westlichen Kleinasien.

Der Herbst-Seidelbast ist ein hübscher herbstblühender Strauch, der in geschützten Gärten der wintermilden Regionen hart ist. An allen Standorten sollten die Pflanzen im Topf gehalten werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Daphne gnidium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/daphne-gnidium.html am Tg.Mo.Jahr.

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