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Tragopogon dubius Scop.
  synonym: Tragopogon major Jacq.
Großer Bocksbart, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Frühlingblüher, V–VII, 30–60 cm hoch, sommergrün, zwei-, mehrjährig, kurzlebig

Der Große Bocksbart ist in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut und findet sich bevorzugt in den wärmeren, zentralen Regionen, während er Richtung Norden selten wird oder ganz fehlt. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch, in Nordamerika ist er eingebürgert, was auch für mitteleuropäischen Standorte gelten könnte, wo die Pflanzen möglicherweise vor 1.500 n. Chr. (= Archäophyten) eingewandert sind. Bevorzugt siedeln die Pflanzen an trockeneren Standorten entlang von Wegen, auf Ruderalflächen, Trockenrasen oder in Weinbergen. Gerne finden sich der Große Bocksbart auf Kalk. Es sind meist zweijährige Pflanzen, selten mehrjährig. Die Laubblätter sind linear-lanzettlich, ganzrandig und etwas stängelumfassend. Typischerweise sind die Stängel im oberen Bereich keulenartig verdickt und innen hohl. Es finden sich 8–12 Hüllblätter, die länger als die blassgelben Blüten sind. Später bilden sich 2–4 cm lange, geschnäbelte Früchte mit einem fedrigen "Fallschirm" (= Pappus).


Abb. 1 Die Laubblätter von Tragopogon dubius sind linear-lanzettlich und umfassen den Stängel teilweise. In den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 03.06.2017, 126 m, 50° 32' 57 N 07° 10' 13 O Abb. 2 Pflanze des Tragopogon dubius mit Fruchtköpfchen. In den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 03.06.2017, 126 m, 50° 32' 57 N 07° 10' 13 O

Abb. 3 Massenbestand des Tragopogon dubius an einem thermophilen Saum in den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 03.06.2017, 127 m, 50° 32' 56 N 07° 10' 29 O Abb. 4 Das runde Fruchtköpfchen von Tragopogon dubius in den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 03.06.2017, 127 m, 50° 32' 56 N 07° 10' 29 O

Abb. 5 Unterhalb des Köpfchen ist beimTragopogon dubius der Stängel verdickt. In den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 03.06.2017, 127 m, 50° 32' 56 N 07° 10' 29 O Abb. 6 Namensgebend für die Gattung des Tragopogon L. sind die abgeblühten Köpfchen, aus denen die Pappusse wie ein Ziegenbart herausschauen, bevor sich das runde Fruchtköpfchen öffnet; hier bei einem T. pratensis L. in einem Privatgarten, 07.06.2017

Abb. 7 Tragopogon dubius zusammen mit dem Gewöhnlichen Natternkopf, Echium vulgare L., an einem thermophilen Saum in den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 03.06.2017, 137 m, 50° 32' 56 N 07° 10' 32 O


Der Gattungsname Tragopogon L. stammt von gr. "tragos" (= Ziegenbock) und gr. "pogon (= Bart), zu "Ziegenbart", nach den geschlossenen Blütenköpfchen, aus denen nach dem Verblühen die Spitzen der Pappi wie ein Bart heraussragen, insbesondere beim T. pratensis L. Das Epitheton dubius leitet sich ab von lat. "dubius" (= zweifelhaft), für Arten deren taxonomischer Status nicht eindeutig ist.

Für den Garten ist Tragopogon dubius definitiv eine Bereicherung. Er bevorzugt offene, sonnige und warme Stellen. In Wildblumenwiesen, dem naturnahen Garten oder auch submediterranen Rasen ist er eine passende Pflanze, die sich meist problemlos etabliert.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Tragopogon dubius. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/tragopogon-dubius.html am Tg.Mo.Jahr.

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