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Valerianella locusta (L.) Laterr.
synonym:
  Valeriana locusta L.
  Valerianella olitoria (L.) Pollich
Gewöhnliches Rapünzchen, Feldsalat, Valerianellaceae - Baldriangewächse
Frühlingblüher, IV–V, 5–15 cm hoch, sommergrün, einjährig

Das Gewöhnliche Rapünzchen tritt in Mitteleuropa selten bis verbreitet auf. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Archäophyten. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen auf Äckern, in ruderalen Xerothermrasen und Wegrändern.

Die Pflanzen wachsen niederliegend bis aufsteigend. Die Stängel sind 4-kantig, gefurcht und abwärts gebogen behaart. Die Laubblätter sind gegenständig, spatelförmig, kahl bis bewimpert, mehr oder weniger 3-nervig. Die Blüten sind blassblau, 1,5–2 mm lang und von den Hochblättern übergipfelt. Später bilden sich 2–4 mm lange, abgeflachte, abgerundete, kahle Früchte, deren Kelch nur als seichte Höcker ausgebildet ist.


Abb. 1 Blütenstände der Valerianella locusta mit den blassblauen bis weißen Blüten, an einem Wegesrand in den Feldern am Jakobsberg, 18.05.2023, 186 m, 52° 01' 56 N, 08° 24' 51 O
Abb. 2 Gegenständige Laubblätter von Valerianella locusta, an einem Wegesrand in den Feldern am Jakobsberg, 18.05.2023, 186 m, 52° 01' 56 N, 08° 24' 51 O
Abb. 3 Verzweigungstendenz der Valerianella locusta, Wegesrand in den Feldern am Jakobsberg, 18.05.2023, 186 m, 52° 01' 56 N, 08° 24' 51 O
Abb. 4 Kantiger Stängel von Valerianella locusta mit herab gebogenen Haaren. Wegesrand in den Feldern am Jakobsberg, 18.05.2023, 186 m, 52° 01' 56 N, 08° 24' 51 O
Abb. 5 Die Hochblätter von Valerianella locusta übergipfeln die Blüten mehr oder weniger. Wegesrand in den Feldern am Jakobsberg, 18.05.2023, 186 m, 52° 01' 56 N, 08° 24' 51 O


Der Gattungsname Valerianella ist das Deminutiv zu Valeriana L., als niederwüchsige Gattung. Das Epitheton locusta ist unerklärt. Ein Deutungsversuch referiert auf lat. "locusta" (= Heuschrecke), möglicherweise weil diese den Feldsalat bevorzugt als Nahrungsquelle nutzen oder weil das Verzweigungsmuster an Heuschrecken erinnert?

Valerianellae locustae werden schon lange in mitteleuropäischen Gärten als Gemüse angebaut.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2024: Valerianella locusta. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/valerianella-locusta.html am Tg.Mo.Jahr.