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Veronica anagallis-aquatica L.
  synonym: Veronica anagallidiformis Boreau
                 Veronica brittonii Porter
                 Veronica catenata Pennell
                 Veronica lysimachioides Boiss.
                 Veronica scardica Griseb.
Blauer Wasser-Ehrenpreis, Blaucher-Gauchheil-Ehrenpreis, Ufer-Ehrenpreis, Plantaginaceae - Wegerichgewächse
Ende Frühsommerblüher, V–X, 10–80 cm hoch, (ein-)mehrjährig, immergrün

Der Blaue Wasser-Ehrenpreis tritt in Mitteleuropa überwiegend verbreitet bis zerstreut auf. Er hat ein großes Verbreitungsgebiet, von Europa bis Asien, Afrika und Australien. In Amerika ist er eingebürgert. Bevorzugt siedelt er an feuchten bis nassen Stellen an oder in Gewässern oder Quellfluren. Die Stängel sind aufsteigend, hohl oder markig, oben undeutlich 4-kantig und haben am Grund meist vegetative Seitensprosse. Die Laubblätter sind lanzettlich, bis 12 cm lang und 4 cm breit und über der Mitte am breitesten. Untere Laubblätter sind kurz gestielt; obere sind sitzend und halb stängelumfassend. Der Blütenstand ist eine vielblütige, kahle Traube mit hellblauen bis blasslilafarbigen, 4–7 mm großen Blüten. Später bilden sich aufrecht stehende, rundliche Fruchtkapseln.


Abb. 1 Achselständige Blütentrauben von Veronica anagallis-aquatica am Herdiecksbach in der Ickerschen Heide, Castrop-Rauxel, 15.06.2017, 60 m, 51° 36' 20 N, 07° 21' 16 O Abb. 2 Hellblaue Blüten der Veronica anagallis-aquatica. m Herdiecksbach in der Ickerschen Heide, Castrop-Rauxel, 15.06.2017, 60 m, 51° 36' 20 N, 07° 21' 16 O

Abb. 3 Lanzettliche, 4-zählige Kelchblätter von Veronica anagallis-aquatica am Herdiecksbach in der Ickerschen Heide, Castrop-Rauxel, 15.06.2017, 60 m, 51° 36' 20 N, 07° 21' 16 O


Etymologisch ist die Benennung der Art nicht eindeutig. Der Gattungsname Veronica L. umfasste vorlinnäisch eine ganze Reihe von Arten, auch verschiedener Gattungen. Möglich wäre eine Ableitung nach der Heiligen Veronika, einer nachbiblischen Legendengestalt, die Jesus das Schweißtuch auf seinem Weg nach Golgatha reichte. In einigen romanischen Sprachen ist mithin der Wortstamm "veronica" für beides, die Pflanze und das Schweißtuch, zutreffend. Das Epitheton anagallis-aquatica stammt von gr. "angallis" (= Gauchheil), einem Morphem unbekannter Herkunft und lat. "aquaticus" (= Wasser-), zu "Wasser-Gauchheil", nach dem bevorzugten Standort der Art.

Der Gamander-Ehrenpreis blüht im zeitigen Frühling und bringt dezenten Flor in den Garten. Besonders die lange Blütezeit bis in den Herbst ist ein Grund, die Pflanzen im naturnahen Garten oder der Staudenpflanzung anzubauen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Veronica anagallis-aquatica. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/veronica-anagallis-aquatica.html am Tg.Mo.Jahr.

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