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Veronica montana L.
Berg-Ehrenpreis, Plantaginaceae - Wegerichgewächse
Ende Vollfrühlingblüher, V–VI, 05–10 cm hoch, 20–50 cm lang, mehrjährig, immergrün

Der Berg-Ehrenpreis tritt in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut auf, wird Richtung Osten selten oder fehlt ganz. Sein Verbreitungsgebiet ist europäisch. Er wächst in eher feuchten Laub- und Nadelwäldern, an Wegrändern, in Quellfluren und Strauchgesellschaften. Die Pflanzen sind immergrün und bilden kurze, oberirdische Ausläufer. Die Stängel sind niederliegend, dann aufsteigend, weich behaart und bewurzeln leicht. Die Laubblätter haben einen 7–15 mm langen Stiel, sind rundlich bis breit eiförmig, grob gesägt und behaart. Der Bütenstand ist eine 2–8-blütige Traube mit blassblauen, dunkel geaderten, bis 10 mm großen Blüten. Der Blütenstiel ist länger als das Deckblatt. Später bilden sich eine fast brillenförmige, abgeflachte und drüsig bewimperte Fruchtkapsel.



Abb. 1 Blüten der Veronica montana am ehemaligen Kalksteinbruch Schlupkothen bei Wülfrath, NRW, 02.07.2016, 213 m, 51° 17' 29 N, 07° 04' 02 O Abb. 2 Behaarte Laubblätter und Blattstiele der Veronica montana am ehemaligen Kalksteinbruch Schlupkothen bei Wülfrath, NRW, 02.07.2016, 213 m, 51° 17' 29 N, 07° 04' 02 O

Abb. 3 Brillenförmige, bewimperte Kapselfrüchte von Veronica montana am ehemaligen Kalksteinbruch Schlupkothen bei Wülfrath, NRW, 02.07.2016, 213 m, 51° 17' 29 N, 07° 04' 02 O Abb. 4 Bestand der Veronica montana mit reifen Früchten in einem sickerfeuchten Seitental des Vogelsang-Bachtals, Heiligenhaus, 06.07.2016, 129 m, 51° 20' 14 N, 06° 57' 47 O

Abb. 5 Behaarte Stängel der Veronica montana am ehemaligen Kalksteinbruch Schlupkothen bei Wülfrath, NRW, 02.07.2016, 213 m, 51° 17' 29 N, 07° 04' 02 O


Etymologisch ist die Benennung der Art nicht eindeutig. Der Gattungsnahme Veronica L. umfasste vorlinnäisch eine ganze Reihe von Arten, auch verschiedener Gattungen. Möglich wäre eine Ableitung nach der Heiligen Veronika, einer nachbiblischen Legendengestalt, die Jesus das Schweißtuch auf seinem Weg nach Golgatha reichte. In einigen romanischen Sprachen ist mithin der Wortstamm "veronica" für beides, die Pflanze und das Schweißtuch, zutreffend. Das Epitheton montana kommt von lat. "montanus" (= Berg-), nach dem bevorzugten Standort der Pflanzen.

Im naturnahen Garten ist der Berg-Ehrenpreis ein hübscher, immergrüner Frühlingblüher, der schattige bis halbschattige Stellen auf feuchten und neutralen bis leicht sauren Böden bevorzugt. Pflanzen die sich wohlfühlen, bilden im Laufe der Zeit einen immergrünen, bodendeckenden "Teppich".

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Veronica montana. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/veronica-montana.html am Tg.Mo.Jahr.

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