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Vicia angustifolia L.
  synonym: Vicia pilosa M. Bieb.
                 Vicia sativa var. angustifolia (L.) Wahlenb.
                 Vicia sativa var. minor Ohwi
                 Vicia sativa var. nigra L.
Schmalblättrige Wicke, Fabaceae - Hülsenfrüchtler, Hülsenfruchtgewächse
Beginn Frühsommerblüher, V–VII, 15–50 cm lang, sommergrün, einjährig

Die Schmalblättrige Wicke tritt in Mitteleuropa überwiegend verbreitet bis zerstreut auf. Ursprünglich stammt die Art aus dem südeuropäischen Raum, wurde aber schon vor 1.500 n. Chr. in Mitteleuropa eingeführt (Archäophyt). Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. In Amerika und Afrika ist die Art eingebürgert. Bevorzugt siedelt sie auf Äckern, Trockenrasen und an Ruderalstandorten entlang von Wegen. Es sind kletternde, lianenförmige, manchmal auch niederliegende Pflanzen. Alle Laubblätter sind 4–9-paarig gefiedert mit meist schmal linealischen bis breit linealischen Fiederblättern und geteilter Ranke. Gelegentlich gibt es Sippen mit schmal ovalen Fiederblättern. Der Blüten erscheinen zu 1–2 in den Blattachseln und haben typischerweise leuchtend rotviolette Kronen, wobei Fahne und Flügel gleichfarbig sind. Später bilden sich bis 4 cm lange Hülsen, die anfangs flach und eingeschnürt, später nicht oder nur wenig zwischen den 10 Samen eingeschnürt sind. Im reifen Zustand sind die Hülsen schwarz.

Die systematische Stellung der Vicia angustifolia wird teilweise sehr unterschiedlich gehandhabt. Dies hängt damit zusammen, dass sich die Futterwicke, Vicia sativa L., wahrscheinlich aus ihr entwickelt hat und morphologische Übergänge zu beobachten sind. Viele Autoren sehen V. angustifolia daher als infraspezifisches Taxon V. sativa var. angustifolia. Zudem wird von manchen Autoren die Korn-Wicke, Vicia segetalis Thuill., entweder als eigenständige Art oder als Unterart der V. angustifolia eingeordnet: ssp. segetalis (Thuill.) W. D. J. Koch.


Abb. 1 Leucht rotviolette Krone der Vicia angustifolia in einem Sandrasen, Lippedorf bei Wesel, 30.04.2016, 25 m, 51° 38' 19 N, 06° 38' 15 O Abb. 2 Sprossachse der Vicia angustifolia an einem Wegesrand am Lusebusch, Grenze von Wuppertal-Beyenburg und Remscheid, 21.06.2017, 315 m, 51° 12' 32 N, 07° 16' 25 O

Abb. 3 Unreife Hülsen der Vicia angustifolia ohne Einschnürungen. Am Lusebusch, Grenze von Wuppertal-Beyenburg und Remscheid, 21.06.2017, 315 m, 51° 12' 32 N, 07° 16' 25 O Abb. 4 Blüte und geteilte Ranken der Vicia angustifolia an einem Wegesrand am Lusebusch, Grenze von Wuppertal-Beyenburg und Remscheid, 21.06.2017, 315 m, 51° 12' 32 N, 07° 16' 25 O

Abb. 5 Schmalblättriger Ökotyp der Vicia angustifolia in einem Sandrasen, Lippedorf bei Wesel, 30.04.2016, 25 m, 51° 38' 19 N, 06° 38' 15 O Abb. 6 Reife, schwarze Hülse der Vicia angustifolia ohne Einschnürungen. Wegesrand am Lusebusch, Grenze von Wuppertal-Beyenburg und Remscheid, 28.06.2017, 316 m, 51° 12' 30 N, 07° 16' 25 O

Abb. 7 Blüte der Vicia angustifolia. Am Rand der Störtebeckerstraße auf Langeoog, 26.07.2017, 0 m, 53° 43' 48 N, 07° 29' 16 O


Der Gattungsnamen Vicia L. wurde schon vorlinnäisch für diese und weitere Gattungen windender Pflanzen, nach der eytmologischen Wurzel lat. "vincire" (= winden), genutzt. Auch in anderen Sprachen existiert die selbe Wurzel: indogermanisch "ueik", althochdeutsch "wikcha". Das Epitheton angustifolia besteht aus lat. "angustus" (= schmal) und lat. "-folius" (= -blättrig), zu "schmalblättrig", nach den schmalen Blättern vieler Ökotypen der Art.

Vicia angustifolia ist eine hübsche Staude für den naturnahen Garten an einem sonnigen Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Vicia angustifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/vicia-angustifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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