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Vinca difformis Pourr.
  synonym: Vinca major var. difformis (Pourr.) Pichon
Mittleres Immergrün, Apocynaceae - Hundsgiftgeäwchse
Ende Erstfrühlingblüher, III–VI, 10–20 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Mittlere Immergrün stammt es aus dem südwestlichen Europa, wo die Pflanzen in schattigen Strauchgesellschaften, an Wegesrändern und lichten Wäldern wachsen. Die Pflanzen sind immergrün, kriechend und bewurzeln an den Knoten. Die Laubblätter sind gegenständig, 2,5–7 cm lang, 2,5–4,5 cm breit, lanzettlich bis schmal oval oder eiförmig, mit kahlem Rand. Die Kelche sind 5–14 mm lang und kahl. Die Blüten stehen einzeln, sind hellblau bis bläulich-weiß. Später bilden sich Balgfrüchte.

Apocynaceae sind die Hundsgiftgewächse, eine Familie die ihren deutschen Namen nach Apocynum cannabinum L. erhielt, dem nordamerikanischen Indianischen Hanf, der für Vergiftungen von Haustieren verantwortlich ist, da alle Teile der Pflanze Toxine enthalten. Ein bekannter Vertreter der Hundsgiftgewächse ist der Oleander, Nerium oleander L., dessen Blüte sehr ähnlich dem Kleinen Immergrün ist. Es handelt sich ebenfalls um relativ giftige Pflanzen.


Abb. 1 Gegenständige Laubblätter und Sprossachse der panaschierten Form von Vinca difformis in einem Privatgarten, 08.07.2018


Der Gattungsname Vinca L. ist eine Verkürzung aus lat. "vincapervinca" (= Immergrün), von Linné womöglich wegen der Doppelbedeutung mit lat. "vincere" (= winden) als Gattungsname etabliert. Im Englischen und anderen Sprachen ist dieser Wortstamm noch heute erhalten, engl. "periwinkle" (= Immer-, Singrün). Das Epitheton difformis stammt von lat. "deformis" (= missgestaltet), nach den ungewöhnlichen Merkmalen im Vergleich zur Vinca major L., zu der manche Autoren die V. difformis zurechnen.

Vincae difformis sind hervorragende immergrüne Bodendecker, die Schattendruck und Wurzelkonkurrenz von Bäumen tolerieren. Die Pflanzen wachsen auf leicht sauren als auch leicht basischen Böden, sind anspruchslos und man kann verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Blütenfarben setzen. Die Winterhärte ist etwas geringer als bei V. minor L. und V. major und reicht für Z 8.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Vinca difformis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/vinca-difformis.html am Tg.Mo.Jahr.

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