Beschorneria septentrionalis García-Mend.
Nördliche Beschornerie, Agavaceae - Agavengewächse
(nach anderen Autoren Asparagaceae, Spargelgewächse)
Frühling-Sommerblüher, IV–VIII, 30–100 cm, immergrün, mehrjährig
Beschorneria septentrionalis stammt aus dem Nordosten Mexikos (Sierra Madre Oriental in Tamaulipas), wo die Pflanzen an felsigen Hängen, steilen Schluchten und lichten Kiefern- und Eichenwäldern auf 1.400–2.800 m über Meereshöhe vorkommen; zumeist an Standorten mit kühl-feuchter Witterung und regelmäßigen Frösten.
Die Nördliche Beschornerie wurde erst 1987 etabliert und ist entsprechend des Protologs sehr ähnlich der im Mittelmeerraum oft kultivierten B. yuccoides K. Koch. Es sind stammlose Pflanzen mit einem kräftigen Rhizom, aus dem Rosetten mit 10–20 verkehrt lanzettlichen, 70–105 cm langen und 5–13 cm breiten, zurück gebogenen, kahlen und glänzend grünen Laubblättern entspringen; randständig fein gesägt mit 1–4 Zähnchen je mm.
Der Blütenstand ist eine Rispe, 150–250 cm hoch, mit 4–7 jeweils 9–50 cm langen Teilblütenständen und insgesamt 90–130 jeweils 5–6,5 cm langen Einzelblüten. Die Blütenstandsachse ist aufrecht und karmesin-rot mit 4–5 verkehrt lanzettlichen, bis 30 cm langen, karmesin-roten Hochblättern. Die Einzelblüten haben 1–6 cm lange Stiele, rote, durchscheinende, lanzettliche bis 3-eckige Hochblätter und stehen zu 2–4 in Büscheln; sie sind 5–6,5 cm lang und karmesinrot mit gelblichen Rändern und Spitzen; die Perigonblätter sind länglich-linear bis länglich-spatelförmig, innen warzig, außen glatt, 25–30 mm lang und 2–8 mm breit. Später bilden eiförmige, 3,5–6,5 cm lange, 2,5–3,5 cm breite, anfangs grüne Früchte, die zahlreiche glänzend schwarze Samen enthalten.
Der Gattungname Beschorneria Kunth wurde zu Ehren des deutschen Botanikers und Arztes Friedrich Wilhelm Christian Beschorner (1806–1873) etabliert. Das Art-Epitheton septentrionalis stammt von lat. "septemtrionalis" (= nördlich, arktisch) und setzt den Standort der Art in Relation zu anderen Arten der Gattung, der durchaus nördlicher und "kühler" ist.
Von Beschorneria septentrionalis gibt es Berichte, dass kräftige Jungpflanzen bis –14 °C ohne Schaden den Winter überlebt haben. Seit 2004 gedeiht ein ungeschütztes Exemplar problemlos im Tropengarten. Als immergrüner Exot eignet sie sich hervorragend für das Xerophytenbeet, zumal sie gut lichten Schatten verträgt. Bei starker Feuchtigkeit ist eventuell Regenschutz ratsam, trockene Mulchung ist bei lang anhaltenden Frösten über mehr als 10 Tage zu empfehlen. Wollen Sie sicher gehen, senken Sie die Pflanze mit Topf im Sommer ab und räumen Sie sie im Winter rein. Bei B. septentrionalis-Hybriden ist teilweise eine bessere Frosttoleranz beobachtet worden als bei den Parentalen.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Thiede, J. 2001: Agavaceae. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 5–101.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Beschorneria septentrionalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/beschorneria-septentrionalis.html am Tg.Mo.Jahr.