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Cardamine hirsuta L.
synonym:
  Cardamine multicaulis Hoppe ex Schur
  Cardamine scutata var. formosana (Hayata) T. S. Liu & S. S. Ying
  Cardamine umbrosa Andrz. ex DC.
Viermänniges Schaumkraut, Kressen-Schaumkraut, Brassicaceae - Kreuzblütler
Frühlingblüher, III–VI, 05–30 cm hoch, sommergrün, einjährig

Das Viermännige Schaumkraut tritt in Mitteleuropa zerstreut bis gemein auf. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen an Hecken- und Gebüschsäumen, Weinbergen, Gärten, Äckern und Ruderalstandorten. Die Samen sind langlebig und werden oft über den Topfpflanzenhandel verbreitet.

Die Pflanzen bilden keine Ausläufer, sind am Grund verzweigt mit aufsteigenden bis aufrechten, spärlich behaarten Stängeln und rosettigen Grundblättern. Die Grundblätter sind 1-fach unpaarig gefiedert mit 2–4 Paar rundlichen, ganzrandigen, spärlich behaarten Fiedern und nierenförmigem Endblättchen. Die 2–4 Stängelblätter sind 1-fach unpaarig gefiedert, nicht geöhrt, meist ganzrandig, unten rundlich, oben länglich eiförmig.

Die Blütenstiele sind 1,5–2 mm lang; die 4 Kronblätter sind weiß; die 4 Staubblätter sind weiß. Die Schoten sind 12–25 mm lang, spitzwinkelig aufrecht abstehend und überragen in der Reife den Blütenstand.


Abb. 1 Erste Blüte einer Cardamine hirsuta im zeitigen Frühjahr in den Dünen auf Norderney, 05.03.2026, 5 m, 53° 42' 54 N, 07° 10' 02 O
Abb. 2 Rosettig angeordnete Grundblätter der Cardamine hirsuta in den Dünen auf Norderney, 05.03.2026, 5 m, 53° 42' 54 N, 07° 10' 02 O


Der Gattungsname Cardamine L. ist abgeleitet von gr. "kardamine" (=Gartenkresse) und wurde schon vorlinnäisch genutzt. Das Benennungsmotiv bleibt jedoch ungeklärt. Das Epitheton hirsuta stammt von lat. "hirsutus" (= borstig, bedeckt mit langen steifen Haaren), nach den (spärlich) behaarten Laubblättern und Stängeln.

Das Viermännige Schaumkraut wird im Gartenbau eher als unerwünschtes Kraut wahrgenommen, da es aufgrund der langlebigen Samen oft in Topfkulturen spontan auftritt.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Cardamine hirsuta. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cardamine-hirsuta.html am Tg.Mo.Jahr.