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Palmen der warmgemäßigten Höhenlagen
Die Palmen in frostgefährdeten Lagen zwischen 1.500 und 2.200 m bestehen fast ausschließlich aus Trachycarpus-Arten. Schon die alten Forscher wie Griffith, Gamble, Cowan oder Andersen haben im 17. und 18. Jahrhundert große und vielfältige Bestände beschrieben. Zumeist handelt es sich um Trachycarpus fortunei, Trachycarpus takil und Trachycarpus martianus. Viele dieser beschriebenen Exemplare und die meisten Kulturbestände existieren noch heute. Seit den 80er Jahren (Singh, D.K., Noltie, etc.) wurde jedoch ersichtlich, dass in vielen Fällen die Artzuordnung nicht gänzlich korrekt war. So wurden die über zwei Dutzend T. fortunei im botanischen Garten von Darjeeling als T. martinaus beschrieben:



Gänzlich anders dieses etwa 6 m hohe Exemplar des Trachycarpus fortunei, welches schon auf der vorherigen Seite vorgestellt wurde. Es ist zwar von Kletterpflanzen bewachsen, weist jedoch eine vollständig erhaltene Faserung des gesamten Stammes auf:



Im selben Bergdorf, unweit des oben gezeigten, deutlich befaserten Trachycarpus fortunei, findet sich dieses Exemplar mit knapp bis unterhalb der Krone nacktem Stamm. Anhand dieser beiden Beispiele wird deutlich, dass die Stammfaserung unterschiedlich nicht sein kann, es sich aber dennoch um die selbe Art handelt:



Und ein weiteres, drittes Exemplar eines Trachycarpus fortunei, der nur einen Steinwurf von den beiden anderen entfernt wächst, findet sich in einem privaten Garten. Deutlich ist die wesentlich krätigere Krone mit größeren Blättern zu erkennen. Alle drei gezeigten Exemplare entstammen nach Angaben des Forstwirtes aus der selben Saat. Dies dürfte ein deutlicher Hinweis darauf sein, daß unterschiedliche Standortbedingungen, Wässerung, Windschutz, Sonnenstand, Düngung, etc, zur unterschiedlichen Ausprägung von botanischen Merkmalen führen können:



Hier ein weiterer Trachycarpus fortunei, direkt am Haus des Forstwirtes, mit nacktem Stamm, schütterer Krone und kleinen Blättern mit schätzungsweise 30–40 Segmenten. Im Hintergrund Eucalyptus camaldulensis, Cryptomeria japonica, Engelhardtia spicata, u.a.:



Und eine weitere Standortvariante des Trachycarpus fortunei in einem Garten in Darjeeling mit weicherem Blatt, schütterer Krone und etwa 150 cm unterhalb der Krone befasertem Stamm. Dieser Standort befindet sich etwa 300 m höher als die vorherigen drei, ist aber keinesfalls windiger. Alle gezeigten Exemplare repräsentieren ein Taxob, Differenzen des Erscheinungsbildes ergeben sich aus einem Zusammenspiel von Standortbedingungen und genetischer Prägung:



Neben den vorgestellten Trachycarpus fortunei gibt es noch T. martianus, die reichlich in öffentlichen Parks und privaten Gärten kultiviert wird. Diese verlieren in jedem Fall frühzeitig ihre Stammfasern und haben ein deutlich größeres Blatt als T. fortunei mit regelmäßigerem Einschnitt der Segmente. Sie sind gut differenzierbar von T. fortunei und T. takil durch die ovale Saat. Zumeist tragen sie eine schüttere Krone, gleichwohl diese auch in der reniformen Gruppe in Abhängigkeit von Standortbedingungen auftreten kann:



Auch diese Exemplare am bekannten Windamere Hotel weisen ein großes, relativ gleichmäßig eingeschnittenes Blatt auf. Botanisch wurden diese beiden Trachycarpus martianus als T. takil fehlgedeutet:



Ebenfalls ein Trachycarpus martianus, hier als Jungpflanze:



Ein adultes Exemplar des Trachycarpus martianus mit regelmäßigem Blatteinschnitt, raschem Verlust der Stammfaserung, spärlicher Krone und typischem Blütenstand. Lediglich die Blattsegmente sind etwas breiter und daher an einigen Stellen adhärent.



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