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Trachycarpus fortunei (Hook.) H. Wendl.
Chinesische Hanfpalme, Arecaceae - Palmen
Frühlingblüher, III–VII, bis 12 m hoch, immergrün, mehrjährig

Bei der Chinesischen Hanfpalme handelt es sich um die "klassische Freilandpalme für Mitteleuropa". Sie ist nach Rhapidophyllum hystrix (Pursh) H. Wendl. & Drude die zweithärteste Palme und hervorragend an unser Klima angepasst. Seit vielen Jahrzehnten gibt es eine handvoll ungeschützter Exemplare in mitteleuropäischen Gärten, allerdings nur in den wintermildesten Regionen des Rheinlands. Es handelt sich dabei ausnahmslos um die Rhein-Niederterrasse der niederrheinischen Ebene, die als Zone 8b eingestuft wird, also beispielsweise Düsseldorf oder Leverkusen-Rheindorf entlang eines schmalen Streifens am Rhein. Für vergleichbare Standorte in anderen Regionen, wie beispielsweise innerstädtische Wärmebereiche oder Insellagen, könnte ähnliches gelten. An allen anderen Standorten (und das bedeutet fast in allen Teilen) Mitteleuropas sind Trachycarpi fortunei nicht winterhart und benötigen bedarfsweisen oder dauerhaften Winterschutz. Wird das nicht gemacht, dann hilft oft auch kein Rettungsdienst mehr und der Trachycarpus landet im Palmenhimmel.


Abb. 1 Trachycarpus fortunei-Allee im Botanischen Garten Darjeeling, Himalaya, Uttarkhand, Nord-Indien, 12.04.2004 Abb. 2 Schöner Trachycarpus fortunei mit steifen Blättern in einem Privatgarten in Basel, Schweiz, 08.04.2010

Abb. 3 Trachycarpus fortunei in einem Hotelgarten bei Cala Millor auf Mallorca, 29.09.2007 Abb. 4 Die Trachycarpus fortunei-Allee in Düsseldorf, seit 2013 wegen Tunnelbaus an der Berliner Allee auf den Ernst-Reuter-Platz umgesetzt, 03.10.2007

Abb. 5 Mit den Früchten des Trachycarpus fortunei dekorierter Privatgarten in Basel, Schweiz, 08.04.2010 Abb. 6 Ein Trachycarpus fortunei im Europa-Park Rust, der im Winter mit Schutz versehen wird, 31.03.2010

Abb. 7 Selber Trachycarpus fortunei wie Abb. 6 mit Winterschutz aus Vlies-Matten, Europa-Park Rust, 14.04.2012 Abb. 8 Ein alter Trachycarpus fortunei im Botanischen Garten Chaubattia, Himalaya, Uttarkhand, Nord-Indien, 06.04.2007

Abb. 9 Prächtiger Trachycarpus fortunei in Düsseldorf, seit mehr als 20 Jahren ohne Schutz ausgepflanzt, 03.10.2007 Abb. 10 Reife Früchte des Trachycarpus fortunei in einem Privatgarten in Perpignan, Südfrankreich, 12.10.2005

Abb. 11 Dekorativer Trachycarpus fortunei-Hain, Privatgarten bei Rösrath, 19.09.2008 Abb. 12 Basel ist nicht nur bekannt für die zahlreichen Freilandpalmen, sondern auch für die Palmenstraße


Der Gattungsname Trachycarpus leitet sich ab von gr. "trachys" (= rauh) und gr. "karpos" (= Frucht), was wahrscheinlich auf die relativ "harten" Früchte der Pflanze abzielt. Möglich erscheint auch ein Benennungsmotiv nach den rauhen Stammfasern und den davor liegenden Fruchtständen mit ihren Beeren. Das Art-Epitheton fortunei wurde zu Ehren des englischen Reisenden und Direktors des Botanischen Gartens Chelsea, Robert Fortune (1812–1880), etabliert.

Schutzmaßnahmen sind vielfältig und können sich am Geschmack des Exotengärtners orientieren. Empfehlenswert ist Schutz bei Dauerfrösten über mehr als 2 Wochen oder wenn Temperaturen vorhergesagt werden, die das Limit der Trachycarpi fortunei überschreiten. Dieses liegt je nach Akklimatisierung, Sorte und Etablierung der Palme bei –9 bis –15 °C. Beispielsweise in Wuppertal, Z 7b, bringe ich etwa jedes dritte Jahr Schutz bei den Palmen an. Dieser besteht lediglich aus Umwickeln der Pflanzen mit Kokosmatten, nachdem die Blättern hochgebunden wurden. In wintermilden Regionen wie Z 8 dürfte das Intervall für Schutzmaßnahmen wesentlich größer sein, während es in kälteren Regionen wie Z 7a nötig sein kann, sogar auf künstliche Heizquellen zurückzugreifen und die Pflanze regelmäßig mit Schutzmaßnahmen im Winter zu versehen.



Abb. 13 Trachycarpus fortunei im Botanischen Garten Strassburg, Frankreich, 06.04.2010 Abb. 14 Trachycarpus fortunei in einem Privatgarten in Basel, Schweiz, 08.04.2010

Abb. 15 Der große Trachycarpus fortunei im Botanischen Garten Florenz, Italien,   09.09.2011 Abb. 16 Unreife Früchte des Trachycarpus fortunei, Privatgarten in Rengsdorf, Rheinland, 21.07.2007

Abb. 17 Trachycarpus fortunei in Cantonment, Himalaya, Uttarakhand, Nord-Indien, 06.04.2007 Abb. 18 Etwa 3-jährige Containerpflanze 20–30 cm des Trachycarpus fortunei im 1L-Topf

Abb. 19 Etwa 4-jährige Containerpflanze 30–40 cm des Trachycarpus fortunei im 2L-Topf Abb. 20 Etwa 5-jährige Containerpflanze 50–60 cm des Trachycarpus fortunei im 5L-Topf

Abb. 21 Ein Trachycarpus fortunei in einem privaten Hinterhofgarten in Basel, Schweiz, 11.10.2014 Abb. 22 Regelmäßig geschützte Phoenix canariensis Chabaud und Trachycarpus fortunei in einem Privatgarten am Neusiedler See, Österreich, 24.09.2009

Abb. 23 Kleine Gruppe des Trachycarpus fortunei und T. wagnerianus Becc. in einem Privatgarten bei Rösrath, 07.06.2015 Abb. 24 Trachycarpi fortunei vor dem Palmengarten Frankfurt, die wohl auch schon gschützt wurden, 25.01.2015

Abb. 25 Die umgesetzten Trachycarpi fortunei auf dem Ernst-Reuter-Platz, Düsseldorf, die vorher die erste Palmenallee Deutschlands an der Berliner-Alle, vor der Düsseldorfer Börse gebildet haben, 05.07.2015 Abb. 26 Ein Trachycarpus fortunei im Innenhof des ehemaligen Benediktinerklosters auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015

Abb. 27 Dekoratives Arrangement von Trachycarpus fortunei in der Altstadt von Kotor, Montenegro, 11.10.2015 Abb. 28 Weibliche, grüngelbliche, rundliche Blüten des Trachycarpus fortunei, Botanischer Garten Düsseldorf, 25.05.2016

Abb. 29 Männliche, leuchtend gelbliche, rundliche Blüten des Trachycarpus fortunei mit deutlich sichtbaren Staubfäden, die aus der Krone heraus ragen. Botanischer Garten Düsseldorf, 25.05.2016



Etablierte Hanfpalmen (egal welcher Herkunft) wachsen in unserem Klima rasch. Bis 30 cm Stammzuwachs im Jahr sind möglich, wenn die Palme halbschattig steht, nährstoffreichen Boden hat und auf regelmäßige Feuchtigkeit geachtet wird.
Bei der Pflanzung sollte man ausreichend Platz für das Anbringen von Winterschutz lassen. Hier bietet sich die Unterpflanzung des Trachycarpus fortunei mit Stauden an, die im Winter eingezogen sind.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. – Könemann Verlag, Köln, 409 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Trachycarpus fortunei. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/trachycarpus-fortunei.html am Tg.Mo.Jahr.

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