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Agave sisalana Perrine ex Engelm.
Sisal-Agave, Agavaceae - Agavengewächse
     (nach anderen Autoren Asparagaceae - Spargelgewächse)
Winter-Frühlingblüher, XI–III, 150–200 cm im Durchmesser, immergrün, mehrjährig

Die Sisal-Agave stammt wahrscheinlich aus Mexiko, gleichwohl von ihr kein Naturstandort bekannt ist. Sie wurde und wird häufig in den warmen Ländern zur Faserproduktion oder zu ornamentalen Zwecken angebaut. Gelegentlich wird aus ihr neben der Agave salimana Otto ex Salm-Dyck ein alkoholisches Getränk in Mittelamerika gewonnen (Pulque). Der Hauptgrund der weltweiten Verbreitung ergibt sich wegen der Produktion der Sisalfasern. Es wird angenommen, dass die Art ursprünglich eine Hybride innerhalb des A. vivipara-Komplexes ist, da von ihr keine Früchte und mithin Samen bekannt sind und alle Kultivare aus vegetativer Vermehrung stammen.

Die Pflanzen bilden einen kurzen, 40–100 cm hohen Stamm und Rosetten von 150–200 cm Durchmesser. Aus dem verlängerten Rhizom werden reichlich Tochtereosetten gebildet. Die Laubblätter sind schwertförmig, steif, fleischig, 90–130 cm lang und grün. Junge Laubblätter haben feine randständige Zähnen, während ältere oft mehr aufweisen oder wenige feine in größeren Abständen. Der terminale Dorn ist kräftig, bis 2,5 cm lang und dunkelbraun. Der Blütenstand wird 5–6 m hoch, ist rispenförmig mit 10–25 Teilblütenständen in der oberen Hälfte. Die Blüten sind 5,5–6,5 cm groß, gelblich grün mit röhrenförmigem Perigon, welches aus gleichen Lappen besteht. Es werden keine Früchte gebildet, sondern reichlich Bulbillen.

Die Art wird in vielen warmen Ländern der Erde kultiviert. Besonders in Mittel- und Südamerika existieren zahlreiche Kultivare für die Herstellung der Sisalfasern. Agave sisalana ist leicht erkennbar an den starren, schwertförmigen Blättern.



Abb. 1 Typischer Habitus einer Agave sisalana in einem Privatgarten in Cala Pira auf Sardinien, 16.10.2016 Abb. 2 Agave sisalana mit schwertförmigen, graugrünen Blätter und Stammbildung, Privatgarten in Cala Pira, Sardinien, 16.10.2016

Abb. 3 Verwilderte Pflanzen der Agave sisalanain einem Hartlaubwald bei Costa del Pins auf Mallorca, 02.07.2003, 233 m, 39° 39' 30 N, 03° 24' 20 O Abb. 4 Schon als junge Pflanze bildet Agave sisalana verlängerte Rhizome, aus denen neue Tochterrosetten wachsen. Am Strand von Cala Pira, Sardinien, 16.10.2016

Abb. 5 Jungpflanzen von Agave sisalana die aus dem verlängerten Rhizom mit einigem Abstand von der Mutterpflanze wachsen. Am Strand von Cala Pira, Sardinien, 16.10.2016 Abb. 6 Prächtige Agave sisalana mit schwertförmigen, graugrünen Blätter und Stammbildung, Privatgarten in Cala Pira, Sardinien, 16.10.2016

Abb. 7 Terminaler dunkelbrauner Dorn der Agave sisalana in einem Privatgarten in Cala Pira auf Sardinien, 16.10.2016


Der Gattungsname Agave L. leitet sich ab von gr. "agauos" (= edel, prachtvoll) und beschreibt den Habitus der Pflanzen, besonders wegen der zu Linnés Zeit häufig in Europa kultivierten A. americana, die ja zu den größeren der Gattung gehört. Das Epitheton sisalana leitet sich vom mexikanischen Hafenort Sisal im Staat Yucatan ab, von wo aus die Sisalfasern exportiert wurden.

Agave sisalana ist gering frosttolerant und hält für kurze Zeit –4 °C bis –6 °C aus, wenn sie trocken steht. Für das mitteleuropäische Freiland ist sie nicht geeignet, jedoch eine eindrucksvolle, majestätische Pflanze in den warmen Regionen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Thiede, J. 2001: Agavaceae. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 5–101.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Agave sisalana. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/agave-sisalana.html am Tg.Mo.Jahr.

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