Startseite

Ajuga reptans L.
Kriechender Günsel, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Frühsommerblüher, IV–VI, 10–20(–50) cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Kriechende Günsel ist in Mitteleuropa häufig und besiedelt gerne feuchtere Wiesen, unbefestigte Wegesränder oder an den Rändern von Laubmischwäldern. Ajuga reptans ist eine Rosettenpflanze, die sich über Ausläufer ausbreitet. Diese bewurzeln sich relativ rasch an den Knoten (Noduli) und bilden dort neue Rosetten. An den aufrechten, vierkantigen Stängeln stehen Blütenstände, die hübsche, blaue Lippenblüten tragen, deren Oberlippe zurückgebildet ist.

Abb. 1 "Kriechende" Eigenschaft der zentrifugal sich über Ableger ausbreitenden Ajuga reptans, Privatgarten Abb. 2 Ajuga reptans auf einer Feuchtwiese, am Hohenreutewald, Lauterbach, Schwarzwald, 742 m, 48° 14' 00 N, 08° 19' 48 O

Abb. 3 Blüten der Ajuga reptans, wie Abb. 2, Lauterbach, Schwarzwald, 742 m, 48° 14' 00 N, 08° 19' 48 O Abb. 4 Ajuga reptans in einer Feuchtwiese bei Lauterbach, Schwarzwald, 739 m, 48° 13' 19 N, 08° 19' 55 O

Abb. 5 Ajuga reptans in einer Feuchtwiese im Düsseltal bei Gruiten, 127 m, 51° 13' 22 N, 06° 28' 55 O Abb. 6 "Schwarzblättrige" Kultursorte von Ajuga reptans deren Laubblätter dunkelviolett bis braungrün sind, Privatgarten


Die Abgrenzung der Ajuga reptans von den anderen drei Arten der Gattung ist recht einfach, da sie die einzige mit eiförmigem, oberseitig glänzendem Blatt ist. Auch gegenüber anderen Lamiaceae ist A. reptans recht gut anhand der blauen Blüten und dem nicht gesägten Blatt zu identifizieren. Die ähnliche A. genevensis L. ist sommergrün, hat dunklere Blütenkronen und die Hochblätter sind tief gekerbt und bis 3-lappig.

Nicht gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Ajuga. In der Medizinschrift des Scribonius Largus wird um ungefähr 50 n. Chr. Ajuga chamaepitys (L.) Schreb. als "Aiuga" bezeichnet und dürfte von Linné so übernommen worden sein. Das Epitheton reptans stammt von lat. "reptans" (= kriechend) und bezieht sich auf die kriechende Wuchseigenschaft.

Abb. 7 Buntblättrige Sorte von Ajuga reptans. Oft sind diese Panaschierungen nicht sehr stabil, verschwinden nach kurzer Zeit oder ändern die Farbnuancen. 03.10.2013, Privatgarten Abb. 8 Blütenstand der buntblättrigen Sorte von Ajuga reptans, 03.10.2013, Privatgarten

Abb. 9 Dunkelblättrige Ajuga reptans auf der vermoosten Borke einer Robinia pseudoacacia L. in einem Wald bei Lorsch, 13.03.2015, 98 m, 49° 38' 44 N, 08° 32' 56 O Abb. 10 Ajuga reptans mit angelegter Blütenstandsachse im zeitigen Frühjahr, Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 14.03.2015, 335 m, 48° 04' 37 N, 07° 40' 59 O

Abb. 11 Individuenreicher Bestand der Ajuga reptans am Straßenrand in der Hildener Heide bei Düsseldorf, 06.05.2015, 94 m, 51° 11' 52 N, 06° 58' 19 O Abb. 12 Ajuga reptans in einem lichten Laubmischwald der Hildener Heide, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O, 01.05.2015

Abb. 13 Blütenstand der Ajuga reptans mit seinen Einzelblüten, die typischerweise keien Oberlippe haben, Laubmischwald der Hildener Heide, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O, 01.05.2015


Ajugae reptans sind sicherlich dekorative Pflanzen, die durch die Blütenfarbe und den immergrünen Habitus bestechen. Es gibt auch panaschierte Sorten wie 'Burgundy Glow' oder solche mit anderen Blüh- oder Blattfarben wie beispielsweise schwarzblättrige Kultivare. Ajuga reptans kann über die zentrifugal sich ausbreitenden Ableger und über selbständiges Aussäen mäßig invasiv werden, dies sollte bei der Gartenkultur bedacht werden. Durch regelmäßiges Entfernen unerwünschter Ableger sind die Pflanzen zu kontrollieren. Viele der Kultursorten sind wesentlich "zahmer" als die Art.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Ajuga reptans. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ajuga-reptans.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de