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Allium oleraceum L.
Kohl-Lauch, Alliaceae - Lauchgewächse
                  auch: Amaryllidaceae - Amaryllisgewächse
Hochsommerblüher, VI–VIII, 30–70(–100) cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Der Kohl-Lauch tritt in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut auf und besiedelt offene Standorte auf Trockenrasen, Weinbergen, Kalkaufschlüssen oder Schutthängen. Richtung Nordwesten wird er selten oder fehlt ganz. Es sind vorsommergrüne Pflanzen, die zur Blütezeit im Hochsommer nicht mehr beblättert sind. Die Stängel sind rund und hart. Die Blätter gehen in verschiedenen Höhen vom Stängel ab, sind hohl, bis 5 mm breit, ohne Blatthäutchen und mit typischem Lauchgeruch. Der Blütenstand ist eine Scheindolde mit meist vielen, violett-farbenen Brutzwiebeln (Bulbillen). Dazwischen erscheinen die grünlich-weißen, rot tingierten, glockenförmigen Blüten mit 2–4 cm langen Blütenstielen.


Abb. 1 Blütenstand des Allium oleraceum mit den rot tingierten Blüten, aufgelassener Steinbruch Hahn in Aachen-Hahn, 01.08.2015, 265 m, 50° 42' 25 N, 06° 11' 26 O Abb. 2 Blüten und Bulbillen von Allium oleraceum, aufgelassener Steinbruch Hahn in Aachen-Hahn, 01.08.2015, 265 m, 50° 42' 25 N, 06° 11' 26 O

Abb. 3 Blütenstand des Allium oleraceum, Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 263 m, 50° 44' 16 N, 06° 14' 37 O Abb. 4 Glockenförmige Blüte des Allium oleraceum, Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 263 m, 50° 44' 16 N, 06° 14' 37 O

Abb. 5 Dolde des Allium oleraceum mit Blüten und Brutzwiebeln. Thermophiler Saum im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 440 m, 50° 30' 47 N, 06° 36' 24 O Abb. 6 Die Staubfäden des Allium oleraceum sind nur unwesentlich länger als die Perigonblätter. Thermophiler Saum im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 440 m, 50° 30' 47 N, 06° 36' 24 O

Der Gattungsname Allium L. leitet sich ab von lat. "allium" (= Knoblauch) und verweist auf die Ähnlichkeit von Geruch und Geschmack mit jenem. Das Art-Epitheton oleraaceum stammt von lat. "oleraceus" (= kohlartig) und bezieht sich auf die Verwendung als Gemüsepflanze, gleichwohl dies beim Kohl-Lauch nicht mehr Usus ist, zumal der Stängel wegen der Faserigkeit kaum essbar ist und die vorsommergrünen Laubblätter nur kurze Zeit sichtbar sind.
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Allium oleraceum wird nur gelegentlich als Gartenpflanze oder Küchengemüse angebaut. Zweifellos sind es in der Blütezeit dekorative Pflanzen. Empfehlenswert ist ein Platz im Steingarten oder Alpinum, unbeschattet, am besten basen- oder kalkreich und nicht allzu trocken.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Allium oleraceum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/allium-oleraceum.html am Tg.Mo.Jahr.

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