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Amaryllis belladonna L.
Echte Amaryllis, Belladonnalilie, Amaryllidaceae - Amaryllisgewächse
Sommerblüher, VIII–IX, 30–70 m hoch, vorsommer-, wintergrün, mehrjährig

Die Echte Amaryllis stammt aus der Kapprovinz Südafrikas. Es sind Zwiebelpflanzen, bei denen die Blüte typischerweise vor den Laubblättern erscheint. Erst nach der Fruchtbildung erscheinen die Laubblätter, die dann im Frühling des kommenden Jahres wieder einziehen. Im meridionalen Klima sind die Pflanzen wintergrün, während in Mitteleuropa das Laub eher vorsommergrün ist. Die Pflanzen bilde eine basale Blattrosette aus gegenständigen, sitzenden, ganzrandigen, kahlen, linearen bis länglich ovalen oder auch rundlichen Laubblättern. Die Blüten erscheinen terminal auf einem unverzweigten, soliden, bis 70 cm hohen, aufrechten, blattlosen, grünen bis silberbraunen Stiel. Die Blütenstände sind doldenförmig, 2–12-blütig mit 2 papierartigen, rötlich, gelb und grün gestreiften, länglich 3-eckigen Hüllblättern. Die Einzelblüten sind gestielt und haben fadenförmige Hochblätter. Die 6 Perigonblätter bilden eine Röhre, sind weiß bis hell-rosafarben. Die zahlreichen Zuchtsorten können andere Blütenfarben aufweisen. Es finden sich 6 Staubfäden und 1 Stempel. Später bilden sich mehr oder weniger kugelige, mehr oder weniger fleischige Kapselfrüchte, die bei Reife aufreißen und mehrere Samen freigeben.

Abb. 1 Blütenstand der Amaryllis belladonna in der Anthese mit den zwei grünlichen Hüllblätter, Privatgarten, 24.08.2019 Abb. 2 Auch dies gibt es: In der humusarmen Spalte eines Beaucarnea guatemalensis-Stammes blühende Amaryllis belladonna im Parque de Malaga am Hafen von Malaga, Spanien, 03.10.2008

Abb. 3 Fruchtstände der Amaryllis belladonna in der Serra de Sintra, Portugal, 21.10.2009, 432 m, 38° 46' 01 N, 09° 27' 39 O Abb. 4 Hell rosafarbene Blütenkrone der Amaryllis belladonna mit den 6 Staubfäden und 1 Griffel, Privatgarten, 24.08.2019

Abb. 5 Fadenförmige Hochblätter im Blütenstand der Amaryllis belladonna, Privatgarten, 24.08.2019 Abb. 6 Blütenstand der Amaryllis belladonna, die Laubblätter gehören zur Canna indica var. indica L., Privatgarten, 24.08.2019

Abb. 7Blütenstand der Amaryllis belladonna in der Serra de Sintra, Portugal, 21.10.2009, 432 m, 38° 46' 01 N, 09° 27' 39 O Abb. 8 Fruchtstände der Amaryllis belladonna in der Serra de Sintra, Portugal, 21.10.2009, 432 m, 38° 46' 01 N, 09° 27' 39 O


Der Gattungsname Amaryllis L. stammt von gr. "Amaryllis", einer schönen Hirtin, nach dem prächtigen Perigon. Das Epitheton belladonna stammt von ital. "belladonna" (= schöne Dame), ebenfalls nach dem prächtigen Perigon.

Amaryllis belladonna ist seit ungefähr 1.620 n. Chr. in Europa in Kultur. Vorwiegend werden alle möglichen Farbsorten als Kübelpflanze kultiviert. Die Art kann jedoch auch in den wintermilden Regionen im Freiland angebaut werden. Hierzu setzt man die Zwiebel etwa 20 cm tief. Im Winter erhalten die Pflanzen eine Mullschicht, besonders in Extremwintern. Die Blütenzeit im Freiland liegt im August oder September. Meist bilden die Pflanzen erst im Frühling die Laubblätter aus. Als Standort empfiehlt sich ein sonniger, gut drainierter Platz.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Amaryllis belladonna. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/amaryllis-belladonna.html am Tg.Mo.Jahr.

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