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Canna indica var. indica L.
   synonym: Canna lumbautum nom. inv.
Indisches Blumenohr, Cannaceae - Blumenohrgewächse
Sommerblüher, VI–XI, bis 300 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Canna indica var. indica (= Canna lumbautum) ist ein Exot aus dem mittelamerikanischen Raum, der wohl zu den kältetolerantesten der Gattung gehört. Besonders C. indica var. indica 'Tamaulipas' aus San Carlos, Tamaulipas, Mexiko, hat sich als robust gegenüber Frösten gezeigt und neigt schon bei relativ niedrigen Boden- und Lufttemperaturen zu Wachstum. Anders als die zahlreichen (sub-)tropischen Arten toleriert sie auch geringe Fröste am Rhizom und es gibt Belegpflanzen, die schon viele Jahre mit Mulchauflage im Freiland in Mitteleuropa angebaut werden, siehe auch Canna.

Canna indica var. indica 'Tamaulipas' zieht im Winter ein und beginnt meist im April mit dem Austrieb. Innerhalb einer Saison können die Sprosse bis zu 300 cm Höhe in Mitteleuropa erreichen. Die Blätter werden bis 50 cm lang, sind schmal oval bis elliptisch und hell grün. Die Blüten stehen terminal an einzelnen oder verzweigenden Blütenständen, sind rot bis leicht orange, relativ klein und bis 6 cm lang. Später bilden sich bis 5 cm große, rundliche Fruchtkapseln mit warziger Oberfläche, die 1–18 runde, dunkelbraune Samen enthalten.

Abb. 1 Blühende Canna indica var. indica zusammen mit der Japanischen Faserbanane, Musa basjoo Siebold & Zucc. ex Linuma, in einem Privatgarten, 12.08.2014 Abb. 2 Der Blütenstand der Canna indica var. indica ist verzweigt und trägt schmalen, zinnoberrote Einzelblüten, Privatgarten, 12.08.2014

Abb. 3 Unreife Fruchtkapsel mit der warzigen Oberfläche von Canna indica var. indica, Privatgarten, 12.08.2014 Abb. 4 Schlanke, leuchtend rote Blüte der Canna indica var. indica, Privatgarten, 12.08.2014

Abb. 5 Tropisches Arrangement mit Musa basjoo, Canna lumbautum und Petasites hybridus, in einem Privatgarten Abb. 6 Etwa 3-jährige Containerpflanze mit Fruchtstand von Canna indica var. indica im 5,0L-Topf

Abb. 7 Reife, aufreißende Fruchtkapsel von Canna indica var. indica, Privatgarten, 12.08.2014



Der Gattungsname Canna L. stammt von gr. "kanna" (= Rohr, Schilf), gleichwohl die Gattung wenig mit dem "Schilf" gemeinsam hat. Etymologisch ist wohl die Essbarkeit der Rhizome der C. indica und des Arznei-Kalmus, Acorus calamus L., Grund der Benennung. Das Epitheton indica bezieht sich auf die Herkunft der Art, Westindien = Karibik.

Canna lumbautum ist eine kompakt wachsende Art mit dickem Rhizom und 2–3 m hohen Stängeln, die vom Sommer bis zu den Frösten reichlich rote Blüten tragen. Im Laufe vieler Jahre bildet sich ein dichter Horst, der sehr attraktiv ist und mit anderen Blattexoten hervorragend harmonisiert. Gute Erfahrungen wurden mit einem Anbau in reinem Sand gemacht, da solch lockere Böden sich rasch erwärmen. Im Frühjahr mit dem Austrieb gibt man einen Volldünger zu.

Bisherige Mindesttemperatur –21 °C mit Mulch. Die Ursache der guten "Winterhärte" ist wahrscheinlich in der ausgezeichneten Toleranz kühlen Klimas zu suchen. Während andere Cannae im Frühjahr noch in der Winterruhe sind, treibt C. lumbautum schon sehr früh aus, bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen. Auch das Rhizom scheint vergleichsweise viel Frost zu tolerieren, zwar sicherlich nur im einstelligen Bereich, aber für das Blumenohr ist dies schon erstaunlich. Im Winter werden die Pflanzen gemulcht, denn im eigentlichen Sinne ist C. indica var. indica 'Tamaulipas' nicht winterhart.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Tanaka, N. 2001: Taxonomic Revision of the Family Cannaceae in The New World and Asia. – Makinoa (The Bulletin of the Makino Botanical Gardens), Issue No. 1.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Canna indica var. indica. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/canna-indica.html am Tg.Mo.Jahr.

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