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Angelica sylvestris L.
Wilde Engelwurz, Wilde Brustwurz, Wilde Angelika, Apiaceae - Doldenblütler
Sommerblüher, VII–IX, 80–200 cm hoch, immergrün, zweijährig, kurzlebig

Die Wilde Engelwurz ist den meisten Gebieten Mitteleuropas gemein und besiedelt eher feuchtere Wiesen, lichte Auwälder, Waldsäume und Hochstaudenfluren. Es sind zweijährige oder kurzlebige, aufrecht wachsende Pflanzen, die meist nach der Blüte absterben (hapaxanth). Die Stängel sind rund, leicht gefurcht und mehr oder weniger bereift. Die Laubblätter sind 2–3-fach gefiedert, mit eiförmig lanzettlichen bis elliptischen Abschnitten, die fein gesägt sind. Unterseits sind die Laubblätter an den Nerven und am Rand flaumhaarig. Die Dolden bestehen aus 20–40 Döldchen, haben auf der ganzen Länge flaumzottige Döldchenstiele und 0–3 Hüllblätter (Hüllblätter sind bei Doldenblütler die Hochblätter direkt unterhalb des Blütenstandes, Hüllchenblätter jene unterhalb der Teildolden = Döldchen). Hüllchenblätter unterhalb der Döldchen gibt es 3–9, sie sind fadenförmig bis schmal lanzettlich. Die Kronblätter sind vor dem Aufblühen grünlich, später weiß oder rötlich. Die Früchte sind abgeflacht und bis 5,5 mm lang.



Abb. 1 Die Blattscheide der Angelica sylvestris umfasst den bereiften Stängel und ist taschenförmig aufgeweitet. Wegesrand am Hängeberg, Brilon, Sauerland, 16.07.2016, 480 m, 51° 22' 25 N, 08° 35' 53 O Abb. 2 Aufgeblühte Dolde der Angelica sylvestris mit deutlich separierten Teildolden (= Döldchen) und weiß-rötlichen Kronblättern. Wegesrand am Hängeberg, Brilon, Sauerland, 16.07.2016, 480 m, 51° 22' 25 N, 08° 35' 53 O

Abb. 3 Laubblatt von Angelica sylvestris und eine terminale Knospe der Sprossachse. Wegesrand am Hängeberg, Brilon, Sauerland, 16.07.2016, 480 m, 51° 22' 25 N, 08° 35' 53 O Abb. 4 Die Döldchen von Angelica sylvestris mit weißen, leicht rötlichen Blütenkronen. Ostende an der Meierei auf Langeoog, 2 m, 53° 44' 58 N, 07° 35' 31 O, 28.07.2016

Abb. 5 Bestand der Angelica sylvestris zusammen mit dem Behaarten Weidenröschen, Epilobium hirsutum L., am Wegesrand am Ostende auf Langeoog, 1 m, 53° 44' 54 N, 07° 36' 02 O, 28.07.2016 Abb. 6 Die Döldchen von Angelica sylvestris mit den fadenförmigen bis schmal lanzettlichen Hüllchenblättern, die fast so lange wie die Blütenstiele sind. Ostende an der Meierei auf Langeoog, 2 m, 53° 44' 58 N, 07° 35' 31 O, 28.07.2016

Abb. 7 Massenbestand der Angelica sylvestris in einer Hochstaudenflur am Ostende an der Meierei auf Langeoog, 2 m, 53° 44' 58 N, 07° 35' 31 O, 28.07.2016 Abb. 8 Pflanze der Angelica sylvestris in einer Halbtockenwiese am Ostende an der Meierei auf Langeoog, 2 m, 53° 45' 00 N, 07° 35' 09 O, 28.07.2016

Abb. 9 Unreife Früchte der Fruchtdöldchen von Angelica sylvestris. Ostende an der Meierei auf Langeoog, 2 m, 53° 44' 58 N, 07° 35' 31 O, 28.07.2016 Abb. 10 Noch nicht entfaltete Blütendolde der Angelica sylvestris mit grünlich-gelben Blüten. Wegesrand am Hängeberg, Brilon, Sauerland, 16.07.2016, 480 m, 51° 22' 25 N, 08° 35' 53 O

Abb. 11 Das Laubblatt von Angelica sylvestris ist 2–3-fach gefiedert und hat eiförmig lanzettliche Abschnitte. Wegesrand am Hängeberg, Brilon, Sauerland, 16.07.2016, 480 m, 51° 22' 25 N, 08° 35' 53 O Abb. 12 Blütendolde der Angelica sylvestris in der Anthese mit den deutlich sichtbaren, fädlichen Hüllchenblättern. Wegesrand am Hängeberg, Brilon, Sauerland, 16.07.2016, 480 m, 51° 22' 25 N, 08° 35' 53 O

Abb. 13 Entfaltete Blütendolde von Angelica sylvestris. Wegesrand am Hängeberg, Brilon, Sauerland, 16.07.2016, 480 m, 51° 22' 25 N, 08° 35' 53 O Abb. 14 Typischer Standort von Angelica sylvestris am Rande eines lichten Auwaldes im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 437 m, 50° 30' 51 N, 06° 36' 31 O

Abb. 15 Leicht gebogene Blütendolden von Angelica sylvestris am Rande eines Auwaldes im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 437 m, 50° 30' 51 N, 06° 36' 31 O Abb. 16 Am Zentralpunkt der Blütendolde von Angelica sylvestris finden sich 0–3 Hüllblätter, in diesem Fall keine. Ostende an der Meierei auf Langeoog, 2 m, 53° 44' 58 N, 07° 35' 31 O, 28.07.2016

Abb. 17 Reife, abgeflachte Früchte von Angelica sylvestris am Rande eines Waldwegs im Teutoburger Wald bei Werther, 205 m, 52° 03' 49 N, 08° 24' 03 O, 03.09.2016


Der Gattungsname Angelica L. und leitet sich ab von gr. "aggelos" (= Bote, Engel), nach der heilkundlichen Wirkung der Pflanzen, insbesondere der A. archangelica L. Das Epitheton sylvestris stammt von lat. "silvestris" (= Wald, im Wald lebend, auch: wild lebend), nach dem häufigen Auftreten der Art entlang von Waldrändern oder in Auwäldern.

Angelica sylvestris ist eine Pflanze für den naturnahen Garten. Die Pflanzen bevorzugen einen sonnigen, offenen Standort auf nicht zu feuchtem Boden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Angelica sylvestris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/angelica-sylvestris.html am Tg.Mo.Jahr.

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