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Epilobium hirsutum L.
Behaartes Weideröschen, Zottiges Weideröschen, Onagraceae (Oenotheraceae) - Nachtkerzengewächse
Hochsommerblüher, VI–IX, sommergrün, 50–150 cm hoch, ausläuferbildend

Das Behaarte Weideröschen ist im Sommer oft an kleinen Bächen, Gräben oder Mädesüß-Uferfluren eine leicht zu entdeckende, auffällig purpurrosa blühende Staude. Es tritt verbreitet bis gemein fast im gesamten mitteleuropäischen Raum auf. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch, in Nordamerika und Australien ist sie eingeführt.

Charakteristisch für Epilobium hirsutum ist die große, 4-lappige Narbe, die wie ein Kreuz aussieht und gut verdeutlicht, warum die Gattung Epilobium L. zu den Nachtkerzengewächsen gehört. Die Familie ist durch 4 Kelchblätter (Sepala) und 4 Kronblätter (Petala) charakterisiert, wobei die Kronblätter auffällig purpurrosa sind, die Kelchblätter hingegen unauffällig grün. Sowohl Stängel als auch Blätter sind mit Haaren besetzt und teilweise filzig. Die Laubblätter sind sitzend, 6–12 cm lang und gezähnt oder gesägt.

Etymologisch ist der Gattungsname Epilobium nicht eindeutig, gr. "epi" (= auf) und gr. "lobos" (= Schote, Hülse, Lappen). Er verweist womöglich auf die gleichzeitig sich oberhalb der Samenkapseln bildenden Blüten. Das Art-Epitheton stammt von lat. "hirsutus" (= borstig, bedeckt mit langen steifen Haaren), nach den behaarten Sprossen der Art.


Abb. 1 Blüte des Epilobium hirsutum mit vierlappiger Narbe, die die Zugehörigkeit zur Familie der Nachtkerzengewächse verdeutlicht, Langeoog, 03.08.2010, 2 m, 53° 44' 12 N, 07° 29' 27 O Abb. 2 Schöner Bestand des Epilobium hirsutum an der Böschung der Inselbahn auf Langeoog, 2 m, 53° 44' 17 N, 07° 29' 27 O

Abb. 3 Epilobium hirsutum an einem kleinen Graben im Sauerland, Sümmern, Gaxberg, 51° 25' 08 N, 07° 43' 37 O Abb. 4 Deutlich erkennbare Haare an den Stängeln des Epilobium hirsutum, Wuppertal-Vohwinkel, Märkische Bahn, 51° 12' 52 N, 07° 01' 30 O

Abb. 5 Epilobium hirsutum, Düsselerhöhe bei Wuppertal, 01.09.2012, 191 m, 51° 16' 07 N, 07° 04' 47 O Abb. 6 Bestand der  Wilden Engelwurz, Angelica sylvestris L., zusammen mit Epilobium hirsutum am Ostende auf Langeoog, 1 m, 53° 44' 54 N, 07° 36' 02 O, 28.07.2016

Abb. 7 Epilobium hirsutum zusammen mit dem Klebrigen Alant, Dittrichia viscosa (L.) Greut., an einem Wegesrand am Monte Nai, Costa Rei, Sardinien, 14.10.2016, 95 m, 39° 15' 45 N, 09° 34' 02 O Abb. 8 Mediterraner Ökotyp des Epilobium hirsutum mit dichterer Behaarung auf Stängel, Früchten und Kelchen als bei den mitteleuropäischen. An einem Wegesrand am Monte Nai, Costa Rei, Sardinien, 14.10.2016, 95 m, 39° 15' 45 N, 09° 34' 02 O


Beim ähnlichen Epilobium angustifolium L. findet sich eine endständige, reichblütige, kompakte Blütentraube, während die Blüten beim E. hirsutum eher "locker" stehen und sehr lang gestielt sind.

Die ungewöhnlich große, bis zu 2 cm messende Blüte macht Epilobium hirsutum zu einer interessanten Gartenpflanze. Da sie wie andere Arten der Gattung auch ein kriechendes Rhizom ausbildet, ist es ratsam, eine Wurzelsperre zu nutzen.

Referenzen
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Stearn, W. T. 2004: Botanical Latin. – Timber Press, Portland, 546 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Epilobium hirsutum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/epilobium-hirsutum.html am Tg.Mo.Jahr.

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