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Asparagus acutifolius L.
Stechender Spargel, Liliaceae - Liliengewächse
Spätommerblüher, VII–X, 40–200 cm hoch, wintergrün, mehrjährig

Der Stechende Spargel ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. Er tritt häufig auf und besiedelt gerne Gebüsche, Hecken, Wälder und feuchtere Stellen der Küsten. Mancherorts bildet er dichte Bestände, selbst im sonst relativ artenarmen Retemal. Der Stechende Spargel ist ein kletternder Halbstrauch, der bis zu 2 m Höhe erreicht. Seine Zweige sind rundlich und sind mit schuppig zurückgebildeten Blättchen besetzt, die einen kurze Dorn tragen. In den Achseln dieser Blättchen sitzen Büschel von 5–30 bis 8 mm langer, steifer, stechender Phyllokladien (= blattartige Kurzsprosse). Die Blüten stehen zu 1–4 und sind gelblich grün. Später erscheinen grüne Beeren, die schließlich schwarz werden. Typischerweise sind oft verschiedenfarbige Beeren an einem Strauch vorhanden.



Abb. 1 Grüne und schwarze Früchte des Asparagus acutifolius, Isla Canela, Spanien, 27.10.2013, 2 m, 37° 10' 42 N, 07° 23' 23 O Abb. 2 Unreife grüne Früchte des Asparagus acutifolius, in der Garrigue bei der Nuraghe Scalas, westlich von Costa Rei, Sardinien, 72 m, 39° 16' 20 N 09° 33' 57 O, 20.10.2016

Abb. 3 Asparagus acutifolius (oben) im Vergleich mit Asparagus albus L. (unten), Isla Canela, Spanien, 02.11.2013, 0 m, 37° 10' 26 N, 07° 21' 58 O Abb. 4 Kurze Dornen an den Sprossachsen des Asparagus acutifolius, Isla Canela, Spanien, 27.10.2013, 3 m, 37° 10' 40 N, 07° 21' 16 O

Abb. 5 Büschel mit stechenden Phyllokladien des Asparagus acutifolius, wie Abb. 4, Isla Canela, Spanien, 27.10.2013, 3 m, 37° 10' 40 N, 07° 21' 16 O Abb. 6 Früchte des Asparagus acutifolius, wie Abb. 1 im Retamal der Isla Canela, Spanien, 27.10.2013, 2 m, 37° 10' 42 N, 07° 23' 23 O


Die Abgrenzung des Asparagus acutifolius von den anderen Arten der Gattung ist recht einfach, da er rundliche Zweige mit Büschel aus kurzen, steifen und spitzen Phyllokladien hat.

Schon antik wurde der Gattungsname Asparagus L. genutzt, gr. "asparagos" (= Spargel). Sein etymologisches Motiv könnte "sprossen" sein, nach litauisch "spurgas" (= Spross) oder altindisch "sphurjati" (= hervorbrechen). Das Epitheton acutifolius stammt von lat. "acutus" (= spitz) und lat. "-folius" (= -blättrig), zu spitzblättrig oder nadelförmig.

Abb. 7 Großer Bestand des Asparagus albus nahe Frigiliana, Spanien, 05.10.2008, 320 m, 36° 47' 43 N, 03° 53' 26 O Abb. 8 Blühender Spross des Asparagus acutifolius auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 23 m, 42° 39' 26 N, 18° 03' 47 O

Abb. 9 Blüte von Asparagus acutifolius, Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 23 m, 42° 39' 26 N, 18° 03' 47 O Abb. 8 Same und unreife Frucht des Asparagus acutifolius, Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 23 m, 42° 39' 26 N, 18° 03' 47 O


Asparagus acutifolius sind sicherlich dekorative Pflanzen, die durch den immergrüner Habitus, den dichten Fruchtbesatz und die bizarren Phyllokladien auffallen. Oberirdische Sprosse dürften bis –12 °C oder mehr überleben. Zurückfrieren dürfte nicht problematisch sein, da A. acutifolius, wie andere Spargel-Arten auch, gut aus dem fleischigen Rhizom regeneriert. Ein warmer und sonniger Standort im Garten wäre ideal. Langfristige Erfahrungen im mitteleuropäischen Garten gibt es allerdings nur sehr wenige.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Asparagus acutifolius. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/asparagus-acutifolius.html am Tg.Mo.Jahr.

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