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Aster tripolium L.
Strand-Aster, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Hochsommerblüher, VIII–IX, 15–60(–100) cm hoch, wintergrün, ein-, zwei- oder mehrjährig

Die Strand-Aster ist in Mitteleuropa mäßig häufig und besiedelt als halophile (salzliebende) Pflanze Binnensalzstellen und die Salzwiesen der Küsten. Besonders in den Salzwiesen der Küsten ist sie häufig anzutreffen, während es im Binnenland nur wenige Stellen gibt, wo sie passende Biotope findet. Ein klassicher Binnenstandort sind die pannonischen Salzlaken am Neusiedlersee in Ostösterreich und Westungarn, wo es große Bestände gibt. Manche Autoren trennen diese Sippe von denen der Küsten ab: Aster tripolium ssp. pannonicus (Jacq.) Soó.

Als halophile Art hat Aster tripolium fleischige, zumeist kahle, lanzettliche Blätter. Die Blütenstände sind Dolden mit wenigen bis sehr vielen Einzelblüten, jene haben typische, lila bis blauviolette Zungenblüten. Bei manchen Sippen fehlen die Zungenblüten, andere haben nur sehr wenige. Die Früchte tragen einen "Fallschirm", Pappus.


Abb. 1 Massenbestand von Aster tripolium ssp. pannonicus in den Salzwiesen bei Illmitz, Neusiedlersee, 17.09.2011, 115 m, 47° 45' 11 N, 16° 14' 39 O Abb. 2 Aster tripolium bei Hochwasser in der Andelgraszone der Salzwiesen auf Spiekeroog, 11.08.2011, 0 m, 53° 46' 21 N, 07° 43' 55 O

Abb. 3 Aster tripolium, Isla Canela, Spanien, 26.10.2013, 1 m, 37° 12' 40 N, 07° 23' 22 W Abb. 4 Aster tripolium, Isla Canela, Spanien, wie Abb. 3, 26.10.2013, 1 m, 37° 12' 40 N, 07° 23' 22 W

Abb. 5 Aster tripolium, Isla Canela, Spanien, 26.10.2013, 1 m, 37° 12' 40 N, 07° 23' 20 W Abb. 6 Aster tripolium, Isla Canela, Spanien, wie Abb. 5, 26.10.2013, 1 m, 37° 12' 40 N, 07° 23' 20 W


Die Abgrenzung des Aster tripolium von anderen Arten der Gattung ist recht einfach, da er die einzige halophile Art mit fleischigen Blättern ist und daher leicht zu identifizieren.

Der Gattungsname Aster L. leitet sich ab von gr. "aster" (= Stern) und bezieht sich auf die sternförmig radiären Korbblüten. Vor Linné wurde die Art Tripolium coeruleum genannt. Linné hat das Epitheton tripolium so übernommen. Unklar bleibt die Herkunft des Names. Eine Erklärung wäre das gr. "Tripolis" (= die heutige Stadt Tripolis), in deren Küstensäumen A. tripolium vorkommt, beziehungsweise vorkam.

Abb. 7 Aster tripolium vor der Blüte, deutlich sichtbar glattrandige Blätter, Ilha Tavira, Portugal, 18.10.2010, 0 m, 37° 06' 34 N, 07° 37' 50 W Abb. 8 Aster tripolium bei Hochwasser in den Salzwiesen auf Spiekeroog, 11.08.2011, 0 m, 53° 46' 19 N, 07° 44' 39 O

Abb. 9 Aster tripolium ssp. pannonicus bei den Salzlaken bei Illmitz, Neusiedlersee, 17.09.2011, 114 m, 47° 45' 48 N, 16° 46' 46 O Abb. 10 Aster tripolium ssp. pannonicus an den Salzlaken bei Illmitz, Neusiedlersee, 17.09.2011, 114 m, 47° 45' 48 N, 16° 46' 46 O

Abb. 11 Aster tripolium in der Anthese, Salzwiese auf Langeoog, 03.08.2010, 0 m, 53° 44' 54 N, 07° 30' 44 O Abb. 12 Aster tripolium mit nur ganz wenigen Zungenblüten, Salzwiese auf Langeoog, 03.08.2010, 0 m, 53° 44' 54 N, 07° 30' 44 O

Abb. 11 Blütenstand eines Aster tripolium an den Salinen des Städtchens Veli Ston, Kroatien, 09.10.2015, 0 m, 42° 50' 11 N, 17° 41' 45 O Abb. 12 Gut 100 cm hoher Aster tripolium an einem Tiede-Graben der Salinen des Städtchens Veli Ston, Kroatien, 09.10.2015, 1 m, 42° 50' 13 N, 17° 41' 45 O


Aster tripolium sind dekorative Herbstblüher, als halophile Pflanzen jedoch nicht einfach zu kultivieren. Für experimentierfreudige Gärtner sind sie aber sicherlich eine Herausforderung.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Aster tripolium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/aster-tripolium.html am Tg.Mo.Jahr.

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