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Banksia robur Cav.
Rot-Banksie, Proteaceae - Proteagewächse, Silberbaumgewächse
Südsommer-, Herbstblüher, I–VI, 1–3 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Rot-Banksie kommt an mehreren Standorten der Ostküste Australiens vor, wo die Pflanzen auf Sand oder torfigen Böden in sumpfigem Gelände wachsen. Es sind Regionen mit Niederschlägen von 800–1.000 mm/a. Die Pflanzen sind kleine, stark verzweigende Sträucher, meist niederliegend mit rankenden oder kriechenden Sprossen, gelegentlich aufrecht wachsend bis 3 m Höhe, mit Lignotuber, aus dem spontan oder nach Schädigung reichlich neue Zweige entspringen. Die Borke ist weich und grau. Junge Zweige sind wollig und eisengrau bis rötlich, später kahl und grau. Die Laubblätter sind locker an den Zweigen verteilt, verkehrt eiförmig bis elliptisch 12–30 cm lang und 5–17 cm breit, anfangs rostbraun oder kupferrot und wollig, später oberseits dunkelgrün und kahl, unterseits grau-weiß und wollig. Die Blattränder sind kurz gezähnt und leicht eingerollt. Der Blütenstand ist zylindrisch, bis 10–17 cm lang und 6–7 cm breit. Anfangs sind die Blüten metallisch grün, beim vollen Aufblühen goldgelb. Später bilden sich je Blütenstand bis 100 oder mehr schmal elliptische, 10–17 mm lange Balgfrüchte.

Bei Störungen der Pflanze kann diese mit der Bildung von lignotuberähnlichen Konglomeraten aus Adventivwurzeln und Knospen auch in höheren Stamm- und Zweigberechen reagieren. Ebenso ist Stammblütigkeit (Cauliflorie) zu beobachten.



Abb. 1 Grünlichgelbe, noch nicht voll entwickelte Blütenstände von Banksia robur im Bereich des Lignotubers, Kübelpflanze im Botanischen Garten Bonn, 07.09.2016 Abb. 2 Der Neuaustrieb der Laubblätter von Banksia robur ist kupferrot und dekorativ. Botanischer Garten Bonn, 07.09.2016

Abb. 3 Die Laubblätter von Banksia robur sind verkehrt eiförmig und gezähnt. Kübelpflanze im Botanischen Garten Bonn, 07.09.2016 Abb. 4 Alte Blütenstände von Banksia robur sind im trockenen Zustand ebenfalls rötlich. Kübelpflanze im Botanischen Garten Bonn, 07.09.2016

Abb. 5 Bizarr ist der Lignotuber von Banksia robur, bedeckt von schlafenden Knospen und Adventivwurzeln. Botanischer Garten Bonn, 07.09.2016 Abb. 6 Auch im Bereich höherer Zweige können sich bei Banksia robur lignotuberartige Schwellungen bilden, aus denen Blütenstände, Zweige und Wurzeln entspringen können. Botanischer Garten Bonn, 07.09.2016


Der Gattungsname Banksia L.  f. wurde zu Ehren des englischen Naturforschers Joseph Banks (1743–1820) etabliert. Das Epitheton robur stammt ursprünglich von lat. "ruber" (= rot), nach dem härteren, schwereren und eher rötlichen Kernholz der Steineiche, Quercus ilex L.,. später zu lat. "robur" für das harte Kerholz verschiedener Eichen. Die Übertragung auf die Rot-Banksie liegt wohl einem Irrtum zugrunde, da diese kein besonders hartes Holz aufweist. Vielmehr hat sich der Autor Antonio José Cavanilles 1800 n. Chr. wohl durch ein Schild beirren lassen, welches die Pflanze als kräftigen Baum beschrieb. Gleichwohl ist das Morphem der Farbe Rot durchaus treffend, da Neuaustrieb, ältere Blütenstände, Adventivwurzeln und Stammknospen auffällig rötlich gefärbt sind und durchaus ein besonderes Merkmal der Art innerhalb der Gattung darstellen.

Banksia robur gehört zu den robusten Banksia-Arten und eignet sich gut für eine Kübelhaltung. Da die Pflanzen eher zu einem lockeren Habitus tendieren, ist regelmäßiges Schneiden ratsam, um die Verzweigung in oberen Kronenpartien anzuregen und einen dichten Wuchs zu erhalten. Dabei ist B. robur sehr schnittverträglich, selbst radikales Zurückschneiden wird vertragen. Besonders attraktiv ist der rostrote Neuaustrieb, die bizarren Lignotuber und die prächtigen, ledrig kräftigen Laubblätter. Die Art eignet sich gut für die Überwinterung im ventilierten, kalten Gewächshaus. Die Frosttoleranz dürfte nach Berichten auch England etwa bis –9 °C betragen. Zur Kultur siehe auch Banksien-Seite.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
George, A. S. 1987: The Banksia Book. – Kangaroo Press, Kenthurst, 240 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Banksia robur. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/banksia-robur.html am Tg.Mo.Jahr.

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