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Berberis vulgaris L.
Gewöhnliche Berberitze, Sauerdorn, Berberidaceae - Berberitzengewächse
Ende Vollfrühlingblüher, IV–VI, 120–300 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Gewöhnliche Berberitze tritt in Mitteleuropa verstreut auf und fehlt im Nordwesten, während sie im Südosten häufiger ist. Das Verbreitungsgebiet reicht von Südeuropa bis nach Skandinavien und den Kaukasus. Sie siedelt gerne an Waldsäumen, kalkhaltigen Gebüschen und lichten Laubwäldern. Es sind laubabwerfende Sträucher bis 3 m Höhe mit 2–6 cm großen, fein gezähnten Blättern in Büscheln an Kurztrieben. Die Blätter der Langtriebe sind in 1–7-teilige Dornen umgewandelt, was sich gut an Jungpflanzen beobachten lässt, deren Laubblätter sich mit zunehmendem Wachstum in Dornblätter umwandeln. Die Blüten sind gelb, haben 6 Kronblätter und stehen in traubigen, hängenden Blütenständen. Zum Sommer hin bilden sich erst gelblich grüne, später scharlachrote, saure Beeren, die bis in den Winter hinein am Strauch verbleiben und meist durch Vögel verbreitet werden. Meist enthalten die Früchte 1–2 Samen, selten mehr. Bis auf die Früchte, die teilweise heute noch zur Herstellung von Konfitüre geerntet werden, sind alle Pflanzenteile giftig.

Abb. 1 Strauch der Berberis vulgaris am Waldrand nahe dem Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 283 m, 50° 44' 08 N, 06° 15' 00 O Abb. 2 Unreife Früchte der Berberis vulgaris, nahe dem Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 283 m, 50° 44' 08 N, 06° 15' 00 O

Abb. 3 Mit der Reife werden die Früchte von Berberis vulgaris zunehmend roter, nahe dem Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 283 m, 50° 44' 08 N, 06° 15' 00 O Abb. 4 Früchte und Blätter der Berberis vulgaris, nahe dem Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 283 m, 50° 44' 08 N, 06° 15' 00 O

Abb. 5 Mehrteilige Dornen an den Langtrieben der Berberis vulgaris; Strauchgesellschaft an einem Südhang im Urft-Tal nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 451 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 22 O Abb. 6 Die Dornen sind umgewandelte Laubblätter bei Berberis vulgaris. Borke, Laubblätter und Dornen. Urft-Tal nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 451 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 22 O

Abb. 7 Die feingezähnten Laubblätter der Berberis vulgaris stehen an den Kurztrieben. Badberg, oberhalb von Alt-Vogtsburg, Kaiserstuhl, 11.09.2015, 379 m, 48° 05' 58 N, 07° 41' 17 O Abb. 8 Reichlich Fruchtbehang der Berberis vulgaris im Spätsommer. Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 11.09.2015, 312 m, 48° 04' 11 N, 07° 40' 29 O


Bei vielen in der Natur anzutreffenden Berberitzen handelt es sich nicht um Berberis vulgaris, die die einizige einheimische Art in Mitteleuropa ist. Vielmehr sind es aus Gärten vergewilderte Kultursorten oder Hybriden, die teilweise stabile Bestände bilden und oft nicht eindeutig zugeordnet werden können.

Nicht gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Berberis L., der schon im spätgr. "berberis" vorkommt und vorwiegend auf das arabische "Berber" bezogen wird, was gleichwohl unklar bleibt. Das Epitheton vulgaris stammt von lat. "vulgaris" (= allgemein bekannt, gewöhnlich).

Berberis vulgaris sind dekorative einheimische Sträucher, die durch die Blüten und den späteren Fruchtschmuck auffallen. Auch die Essbarkeit der Früchte ist ein denkbarer Anlass für den Anbau im Garten. Die Pflanzen benötigen einen sonnigen bis halbschattigen Standort, gerne auf Kalk, nicht zu trocken und in Gesellschaft anderer Sträucher. Mediterrane Arrangements oder auch solitäre Anpflanzung wären denkbare Möglichkeiten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Berberis vulgaris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/berberis-vulgaris.html am Tg.Mo.Jahr.

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